Pokal-RWE-Jena

FC Rot-Weiß Erfurt - FC Carl-Zeiss Jena 2:4 n. E.

Mehr als unglücklich verlor der FC Rot-Weiß Erfurt im Viertelfinale des ODDSET-Pokals gegen den FC Carl Zeiss Jena. Obwohl der RWE die deutlich besseren Chancen im Spiel hatte, schaffte das Dochev-Team nicht ein Tor zu erzielen. Anicic (12.) und Holst (45.) trafen so nach Freistößen nur das Aluminium. Auch Hebestreit (10.) und Kacani (54.) konnten beste Gelegenheiten nicht nutzen. Nach 120 torlosen Minuten hatte Jena am Ende das Glück und gewann im Elfmeterschießen.

„Im Elfmeterschießen hatten wir großes Glück“, meinte Jenas Coach Heiko Weber nach dem 87. Thüringenderby am Dienstagabend im Erfurter Steigerwaldstadion. Und Recht hatte er, waren doch die Erfurter 120 Minuten lang das klar bessere Team. Die Gastgeber beherrschten die Jenenser wenn nicht über die gesamte Zeit, dann doch wenigstens über eine Stunde lang deutlich. Doch der Gegner war am Ende einmal mehr, auch aufgrund des erfahreneren Teams, einfach abgebrühter und cleverer. Die Landeshauptstädter zeigten von Beginn an, dass sie es besser machen wollten und konnten, als etwas mehr als zwei Wochen vorher bei der 0:2-Schmach im Ernst-Abbe-Sportfeld. Hebestreit setzte das Leder knapp neben Persons Tor (10.). Kurz darauf die neuerliche Chance zur Führung, doch Anicic traf mit seinem schönen Freistoß nur den Pfosten – Glück für den FCC (12.). Rot-Weiß ging vom Start weg agil und aggressiv zu Werke, kämpfte nicht nur, sondern spielte auch schönen Fußball. So erspielte sich das Dochev-Team Chance um Chance. Erneut Anicic per Freistoß (23.) und Schnetzler im Nachsetzen (30.) scheiterten jedoch. Nach über einer halben Stunde hatten dann auch die Saalestädter ihre erste Chance, doch Orlishausen konnte gegen den völlig freien Werner aus zwölf Metern dessen Treffer verhindern (36.). Bis zur Pause gab es zwar noch auf beiden Seiten diverse Schüsse, nennenswerte Aktionen kamen dabei aber nicht zu Stande. Und so ging es torlos in die Pause, obwohl eine RWE-Führung zur Halbzeit hochverdient gewesen wäre.

In der zweiten Halbzeit bot sich den knapp 11.000 Zuschauern am Steigerwald dann ein ähnliches Bild. Kacani vergab die dickste Chance des Spiels, als Schnetzler nach einer herrlichen Kombination von links in den FCC-Strafraum eindrang und dem Albaner das Leder butterweich in den Lauf spielte. Die U21-Nationalspieler scheiterte jedoch an Person (54.). Spätestens jetzt war allen klar, dass das Jenaer Tor für die Erfurter an diesem Abend wie vernagelt bleiben würde. Ebenso auf der Gegenseite. Für RWE hatten Brunnemann, Kühne und Bertram die Chancen. Auch Schnetzlers Freistoß kurz vor Ende der regulären Spielzeit ging nur um Haaresbreite daneben. Auf Seiten der Gäste vergaben Ziegner, Manai und Hähnge die dicksten Möglichkeiten zur Führung. Nach 90 Minuten Pokalschlacht ging es dann in die Verlängerung. Doch den Teams merkte man jetzt an, dass sie sich zuvor anderthalb Stunden lang gegenseitig enorm gefordert hatten - viel passierte nämlich nicht, bis auf da Silvas Schuss (114.) und Ziegners Freistoß (118.), jedoch waren beide nicht in der Lage, die Führung für ihr Team zu markieren. Am Ende stand zweimal Aluminium für die RWE-Kicker zu Buche (Anicic, Kacani), Glück für Jena, dass es – aufgrund der überharten Aktionen gegen Ende – noch komplett war und überhaupt Glück auf beiden Seiten, denn aufgrund der vielfältigen RWE-Chancen hätten die Mannen um Kapitän Hebestreit eigentlich klar gewinnen müssen, doch nachdem die Chancen nicht genutzt worden waren und Jena in der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung gefährliche Konter zu Stande brachte, konnten beide Teams froh sein, kein Gegentor kassiert zu sein.

So ging es ins Elfmeterschießen. Zunächst sah es danach aus, dass die Jenaer wie im letzten Pokalspiel gegen den RWE, letztes Jahr im Finale gegen die „Zweite“, die Nerven verloren hätten. Ziegner scheiterte am bravourös aufgelegten Orlishausen. Björn Brunnemann fasste sich ein Herz und trat als erster Erfurter an – doch vergab gegen Person. Als dann noch Schnetzler zum dritten Mal für RWE nur Aluminium traf und den Ball an die Latte hämmerte, dachten zunächst einige Zuschauer und Pressevertreter, der Ball sei noch hinter der Linie aufgekommen, doch Referee Weber war anderer Ansicht. Ganz zu klären ist diese Situation nicht und am Ende war es auch unwichtig, denn die Jenenser behielten ihre Nerven eben doch und konnten das Elfmeterschießen mit 4:2 für sich entscheiden. Damit sind ihre Chancen enorm hoch, nächstes Jahr im DFB-Pokal anzutreten. FCC-Präsident Zipfel war jedenfalls „einfach nur glücklich“.

Bei den Rot-Weißen hingegen gab es lange Gesichter. Nach einem großartigen Spiel war es dann Pavel Dochev, der der Niederlage doch noch etwas Positives abgewann: „Mit der Einstellung meiner Mannschaft war ich zufrieden, denn mit dieser gewinnen wir am Sonnabend unser Punktspiel“, hoffte der Bulgare auf Zählbares im Heimspiel gegen die SG Wattenscheid 09.


Statistik

FC Rot-WeißErfurt: Orlishausen - Nowak, Bertram (117. Scherer), Holst, Six - Brunnemann, Pätz - Anicic (76. Kühne), Hebestreit, Schnetzler - Kacani (80. Da Silva)

Tore: Fehlanzeige – Elfmeterschießen: Ziegner verschießt, Brunnemann verschießt, 0:1 Thielemann, 1:1 Kühne, 1:2 Hähnge, Schnetzler verschießt, 1:3 Hasse, 2:3 Holst, 2:4 Manai

Zuschauer: 10.926


16.Osnabrück-RWE
17.RWE-Wattenscheid