31.Hoffenheim-RWE

TSG Hoffenheim - Rot-Weiß-Erfurt 1:0

Sein Engagement steht unter keinem günstigen Stern. Auch das dritte Spiel mit Alois Schwartz als Cheftrainer verloren die Rot-Weißen. In Hoffenheim unterlagen sie gestern Abend mit 0:1 und rutschten auf den sechsten Tabellenplatz ab.
Die Luft scheint raus. In Hoffenheim zogen die Erfurter trotz spielerischer Überlegenheit und Dominanz in der zweiten Hälfte wiederum den Kürzeren. Nach dem gestrigen 0:1 drohen sie im Niemandsland der Tabelle unterzugehen. Doch die dritte Niederlage in Folge nach der Beurlaubung von Michael Feichtenbeiner war äußerst unglücklich. Fünf Minuten vor dem Abpfiff überwand H. Throm den starken Rothe im Rot-Weiß-Kasten zum Goldenen Tor. Vorausgegangen war die einzige gelungene Kombination der Gastgeber im zweiten Abschnitt. Den Spielzug über Bindnagel und Ollhoff veredelte der "Joker" mustergültig.



 

schwach wie immer: Ziegner

Dem gegenüber standen erneut viele vergebene Erfurter Chancen. Weder der herausragende Okic nach Sträßers Alleingang (50.) und im Anschluss an eine Kombination über Dzihic und Hebestreit (75.) noch Raspe per Kopf (60.) bewiesen Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Da nutzte es den Thüringern, bei denen Rothe und Laars für die gesperrten Twardzik und Loose in die Anfangself gerückt waren, nur wenig, optische Vorteile verbucht zu haben. Denn trotz einiger guter Hoffenheimer Möglichkeiten (Teinert/2., Ollhoff/16.) gab Rot-Weiß schon in der ersten Halbzeit zumeist den Ton an. Vor allem Okic war, wie bereits in den Partien zuvor, nie zu stellen. Da auch Sträßer diesmal im Mittelfeld mehr Freiheiten nach vorn hatte, bekamen die Erfurter Angriffe einen gefährlicheren Zuschnitt. Als der Flügelflitzer abgezogen und TSG-Kapitän Thee den Schuss im eigenen Strafraum mit der Hand abgewehrt hatte, wäre ein Elfmeter folgerichtig gewesen. Aber der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Auch die Rote Karte blieb in seiner Tasche, als Thee den drangvollen Sträßer böse foulte und ein Platzverweis berechtigt gewesen wäre (25.).
Für die Herausnahme des mit dem jungen Erfurter überforderten Thee sorgte der Hoffenheimer Trainer Hansi Flick dann zur Pause. Er brachte mit Bindnagel und später H. Throm zwei neue Kräfte, die zusätzlichen Schwung in die Reihen der Einheimischen brachten. In Gefahr konnten sie die stabile Viererkette der Rot-Weißen aber nur selten bringen. Ziegner, der für Bach wieder auf der rechten Seite verteidigte, und Mees (links) besetzten die Außenbahnen. Im Zentrum zeigten sich Gansauge und Laars meist im Bilde.


Es fehlte allerdings an der nötigen Durchschlagskraft in der Offensive. Hebestreit hing als einzige Spitze häufig in der Luft, konnte sich kaum in Szene setzen. Auch mit der Hereinnahme von Dzihic - er saß zunächst auf der Bank, weil Coach Schwartz der Deckungsstabilität Priorität gab - änderte sich das nicht. Zu umständlich und ungenau agierten die Gäste vor dem TSG-Tor und wurden dafür bestraft.
Jetzt gilt es, den Abwärtstrend am kommenden Freitag gegen Regensburg zu stoppen. 19.30 Uhr empfangen die Rot-Weißen den Aufstiegsaspiranten im Steigerwaldstadion und wollen die vierte Niederlage hintereinander unbedingt vermeiden. Schließlich wurde jüngst der dritte Platz als Minimalziel ausgegeben.
Die Jahn-Kicker befinden sich nach dem 6:1 über Neunkirchen wieder in der Erfolgsspur und werden sicher selbstbewusst in Erfurt antreten. Ex-Profi Peschel hatte Regensburg gegen den Tabellenletzten früh auf die Siegerstraße gebracht und damit den Ärger der letzten Wochen vergessen lassen. Denn Trainer Günter Sebert hatte den während der Saison verpflichteten früheren Bochumer wegen einer Auseinandersetzung vom Training suspendiert und aus dem Kader für das Spiel gegen Bayern München gestrichen. Doch mittlerweile ist die Sache vom Tisch, die Regensburger konzentrieren sich wieder aufs Wesentliche. Am Freitag bauen sie besonders auf ihre Abwehr, die in 14 Auswärtsspielen nur zwölf Gegentreffer zuließ - die Bestmarke der gesamten Liga.

Jürgen KLEIN


Trainerstimmen

Alois Schwartz (Trainer Erfurt): "Ich bin sehr enttäuscht. Vor allem darüber, wie wir verloren haben. In der ersten Hälfte haben wir so gut wie keine Akzente gesetzt. Da hatten wir Glück, dass der Gegner unsere vielen Fehlpässe nicht genutzt hat. Das Tor war vermeidbar."

Hansi Flick (Coach Hoffenheim): "Ein verdienter Sieg für unser Team nach einer konzentrierten Leistung. Erfurt forderte uns nur zu Beginn der zweiten Hälfte, da kamen wir etwas schwere in den Tritt. Ich bin auch deshalb stolz auf den Sieg, weil die Mannschaft gezeigt hat, wie man die Treue der Fans aus der gesamten Saison belohnen kann."


Statistik

Tore: 1:0 H. Throm (84.)

TSG Hoffenheim: Knödler - Klandt, Born, Daub - Thee (46. Bindnagel), Böttjer, Müller, M. Throm - Ollhoff - Hertling (58. H. Throm), Teinert (88. Sieger)

FC Rot-Weiß Erfurt: Rothe - Ziegner, Gansauge, Laars, Mees - Pätz (72. Dzihic), Akrapovic, Raspe, Sträßer - Okic - Hebestreit

Zuschauer: 2.020


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