27.Frankfurt-RWE

Eintracht Frankfurt (A.)-FC Rot-Weiß-Erfurt 0:1

Im siebenten Anlauf ist dem FC Rot-Weiß endlich der erste Auswärtserfolg unter Trainer Michael Feichtenbeiner geglückt. Bei den Amateuren von Eintracht Frankfurt gewannen die Erfurter gestern mit 1:0. Umjubelter Matchwinner war Torjäger Ronny Hebestreit.

Als der Ball im Netz zappelte, gab es kein Halten mehr. Sich das Trikot ausziehend rannte er quer über den Platz und ließ seiner Freude freien Lauf. Mit dem Goldenen Tor bei den Frankfurter Amateuren schoss Hebestreit seine Erfurter nicht nur zurück auf den dritten Tabellenplatz. Der Mittelstürmer beendete damit auch die eigene Durststrecke: Zuletzt hatte er am 9. November beim 5:0-Heimerfolg über den VfR Aalen getroffen.



 

Wieder einmal Hebestreit!

Seinem insgesamt neunten Saisontreffer im Stadion des FSV Frankfurt am Bornheimer Hang ging eine schöne Vorarbeit von Carsten Sträßer voraus, dessen Flanke Eintracht-Schlussmann Schmitt unterlief, so dass Hebestreit die Kugel nur noch ins leere Tor drücken brauchte (86.). Der späte Treffer war glücklich, stellte jedoch die Belohnung für eine deutliche Steigerung nach dem Wechsel dar. Da hatten allein die Rot-Weißen etwas fürs Spiel getan und besaßen durch Torsten Raspe (60.), den starken Branko Okic (68.) und Sträßer drei verheißungsvolle Chancen zur Führung. Doch das Leder strich jeweils knapp vorbei.

Im ersten Abschnitt hatten beide Teams ein trostloses Gekicke geboten. Die Abwehrreihen dominierten, das Geschehen spielte sich fast ausschließlich zwischen den Strafräumen ab. Torraumszenen blieben Mangelware. Auch, weil Feichtenbeiner zu- nächst auf die defensivere Variante mit Sebastian Hartung als zusätzlichen Mittelfeldakteur für Hebestreit setzte. So war Enis Dzihic im Sturmzentrum oft auf sich allein gestellt, rieb sich in Zweikämpfen auf. Die Torgefahr blieb völlig auf der Strecke.

Noch harmloser präsentierten sich jedoch die abstiegsbedrohten Frankfurter. Sie kreuzten in den 90 Minuten nicht einmal gefährlich vor René Twardzik auf. "Das ganze Spiel hatte nur sehr wenig mit Fußball zu tun", entschuldigte sich Eintracht-Trainer Bernhard Lippert auch später bei den Fans. Feichtenbeiner, der in der 63. Minute wegen Reklamierens von Referee Fleischer auf die Tribüne geschickt wurde, war es egal: "Unsere Geduld ist belohnt worden. Ein Sieg kurz vor dem Ende ist zwar immer glücklich, doch diesmal absolut verdient", freute er sich über sein glückliches Händchen mit Hebestreits später Einwechslung.

Jürgen KLEIN


Angemerkt: Langeweile

Die Bayern sind ein besonderes Völkchen. Zwischen Brotzeit und Blasmusik juckt es sie nur wenig, was nördlich des Weißwurst- Äquators vor sich geht.

Mir san mir. Diese Mentalität scheint auch im Fußball der Schlüssel zum Erfolg. Auf allen Ebenen. In der Bundesliga hat die Konkurrenz den FC Bayern längst aus den Augen verloren. Der Titel ist nur noch Formsache. Und in der Süd-Regionalliga bietet sich das gleiche langweilige Bild an der Spitze. Mit Unterhaching und Regensburg marschieren zwei Klubs aus dem Freistaat mit gebührendem Abstand vornweg und überspringen Woche für Woche eine Hürde nach der anderen. Spätestens nach diesem Spieltag dürfte die Aufstiegsfrage geklärt sein.

Die ohnehin nur noch theoretischen Chancen des FC Rot-Weiß sind nach dem Sieg in Frankfurt zwar noch nicht passé. Es dürfte jedoch neben den Empfehlungen für neue Verträge von Trainer und Spielern lediglich noch darum gehen, die Saison zumindest als Dritter zu beenden.

Die Bayern sind in diesem Jahr eine Nummer zu groß. Umso erstaunlicher war, dass mit Kahn nur einer im DFB-Team stand.

Offensichtlich zu wenig, um erfolgreich zu sein.

Marco ALLES


Statistik

Frankfurt (A): Schmitt - Binz, Wentzel, Deißenberger, Jovanovic (77. Pätzold), Ropic (77. Sprung), Diakite, Simon, Bley, Speranza (77. Famewo), Weißenfeldt

RW Erfurt: Twardzik - Ziegner - Gansauge, Loose, Mees - Sträßer, Hartung, Raspe (79.
Akrapovic), Pätz (67. Hebestreit) - Okic - Dzihic

Tore: 0:1 Hebestreit (88.)

Zuschauer: 700



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