24.RWE-Elversberg

FC Rot-Weiß Erfurt - SpVgg 05 Elversberg 0:0

Das Glück war aufgebraucht. Nach zwei 1:0-Heimsiegen in diesem Jahr sollte diesmal das entscheidende Tor nicht fallen. Der FC Rot-Weiß musste sich gegen Elversberg mit einem 0:0 begnügen.
Der Mann war angefressen. Nach dem Dank an die Fans fuhr er seine Spieler an: "Alle rein! Das werten wir gleich aus." Und in der Kabine folgte eine Ansage - kurz, knapp und laut. Das 0:0 gegen Elversberg hatte René Müller wehgetan, dem ehrgeizigen Trainer fast körperliche Schmerzen bereitet. "Wir haben uns nach 25 guten Anfangsminuten selbst von der Rolle gebracht", schimpfte er. "Brutale individuelle Fehler" seien begangen worden. Das hätte den Gegner, "der zuvor kaum zum Atmen kam", wieder aufgebaut und sei letztlich der Grund für das Unentschieden gewesen.



 

Kopfball-Duel zwischen Molz und Nicu

Zu wenig. Nach dem 2:3 von Eschborn sollte gegen die Saarländer ein Sieg her. Die Mannschaft begann auch engagiert, mit Glöden für Neitzel in der Startelf und mit Zug zum Tor. Doch wie schon in der Vorwoche genügte die Chancenverwertung höheren Ansprüchen nicht. Zedi (8./19.) und Kresin (12.) vergaben die Führung. Mit zunehmender Spieldauer konnte sich Elversberg befreien, fing in der vielbeinigen Abwehr (Viererkette plus Gerlach als Absicherung) die Erfurter Angriffe ab und fuhr präzise Konter. Hätte Twardzik nicht zwei Mal toll gehalten (gegen Tuma/16. sowie Mason/33.) und Nuhic aus wenigen Metern nicht kläglich verzogen (23.), wäre es frühzeitig um Rot-Weiß geschehen gewesen.
"Da hätten wir ein Tor machen müssen", befand Elversbergs Kapitän Gerlach später. "Deshalb ist der eine Punkt eigentlich zu wenig." Doch der frühere Jenaer musste konstatieren, dass seine Mannschaft nach der Pause viel zu wenig getan hat, um sich einen Sieg zu verdienen. Denn ausschließlich Rot-Weiß drängte auf die Entscheidung. Dabei erwies sich Hebestreit, erstmals wieder in der Spitze aufgeboten, als guter Vorbereiter. Im Gegensatz zu 2-Meter-Mann Glöden, der als Gestalter in der Zentrale überfordert war, gewann er beinahe jedes Kopfballduell. Doch diesen Vorteil wussten die Gastgeber nicht zu nutzen: Von außen (Nicu, Okic) kamen zu wenig Flanken, um den Mittelstürmer in Szene zu setzen. Und Nicu köpfte Hebestreits Ablage im Hechtflug neben das Tor (70.).
Zudem wankte Erfurts Abwehr bei den überfallartigen Gegenzügen des Tabellenzehnten einige Male bedrohlich. Vor allem Fall war ein Unsicherheitsfaktor. Und auch Laars unterliefen mehrere Schnitzer. Vielleicht war das fehlende Selbstvertrauen ein Grund dafür, dass das letzte Risiko in der Endphase gescheut wurde. Als Elversberg längst sein gefälliges Kurzpassspiel zu Gunsten von Befreiungsschlägen aufgegeben hatte, vermisste man den unbedingten Willen. Hopp brachte zwar Schwung. Doch insgesamt wurde zu vorsichtig nachgerückt; zu selten das Dribbling gesucht, um Gefahr in Strafraumnähe heraufzubeschwören. Müller begründete das zwar damit, den Gegner nicht zum Konter einzuladen. Getreu dem Motto: "Lieber den Spatz in der Hand . . ." Aber etwas mehr Wagnis hätte es schon sein dürfen.
Trotzdem besaß sein Team die Chancen zum Sieg. Zunächst strich Okics 18-m-Freistoß am Winkel vorbei (64.), und dann versagte Neitzel. Von Zedi per Kopf bedient, brachte er den Ball unbedrängt aus fünf Metern nicht an Elversbergs Torwart Richter vorbei (84.). Eine solche Gelegenheit hätte sich der Angreifer in der letzten Saison, als er 35 Mal für Schönberg in der Oberliga getroffen hatte, mit Sicherheit nicht entgehen lassen.
Kein Wunder, dass auch er nach der Partie angefressen war.



 

René Twardzik erwartet vollkonzentriert den Freistoß der Elversberger.

Trainerstimmen

Müller (FC Rot-Weiß Erfurt): "Wir haben uns selbst von der Rolle gebracht. Viele individuelle Fehler nach den ersten 25 Minuten ließen uns das Spiel aus der Hand nehmen. Der Schiedsrichter pfiff zwei klare Offensivvorteile für uns ab und nahm uns unsere Führungschancen. In der zweiten Halbzeit hatten wir zwei Möglichkeiten: Einmal durch Nicus Kopfball und zum anderen durch den eingewechselten Neitzel. Ich bin mit diesem einen Punkt nicht zufrieden. Nur in den ersten 25 Minuten spielten wir einen ansehenswerten Fußball."

Schwickert (Elversberg):
"Ich bin zufrieden. Für beide Mannschaften war mehr drin. In der Situation, in der wir uns gegenwärtig befinden, haben wir trotzdem gezeigt, dass wir Fußball spielen können. Beide Mannschaften hatten genügend Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden. In der zweiten Halbzeit wurde nicht so guter Fußball gespielt, wie in der ersten."


Statistik

FC Rot-Weiß Erfurt: Twardzik - Fall (58. Mees), Laars, Traub, Klingmann - Zedi, Kresin, Okic - Klöden (62. Hopp), Nicu (76. Neitzel) - Hebestreit

SpVgg Elversberg: Richter - Kuci, Gerlach, Molz - Loos, Wittek, Rein, Petri (76. Hürter) - Mason, Nuhic, Tuma

Zuschauer: 4.241


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