20.RWE-Stuttgarter Kickers

FC Rot-Weiß Erfurt-Stuttgarter Kickers 1:0

Da hatte Rot-Weiß-Coach René Müller den ersehnten 1:0-Erfolg zum Rückrunden-Auftakt kaum in der Tasche - da warf im Kabinengang schon die nächste Aufgabe ihre Schatten voraus. In Form von Kaiserslauterns Späher Olaf Marschall, der das Spiel vor dem Duell am Sonntag beobachtete.
Trainer Müller hatte weit mehr Grund zur Freude als den des Wiedersehens mit seinem einstigen Leipziger Nationalteam-Kameraden, der seinen Besuch nicht näher begründen wollte. Aber gegen die auswärts weiterhin sieglosen Stuttgarter "wären wir ja beinahe noch bestraft worden - wenigstens einen Konter zum 2:0 müssen wir nutzen", befand der Coach.
Trotz des Kritikpunktes: Erleichtert war der 45-Jährige, dass sein Team die hohen Erwartungen vor der gespannten Zuschauer-Kulisse hinsichtlich des Resultates erfüllt hatte. Nach den Spielausfällen andernorts liegt RWE nun auf einem Aufstiegsplatz. "Bitte keine Treibjagd - mit zwei Siegen weniger würden wir in der ausgeglichenen Staffel unten hängen", relativierte Müller aber.



 

Torsten Traub (Rot-Weiss Erfurt) köpft vor Carsten Lakies (Stuttg.)

Ausgerechnet der Kapitän bescherte den Erfurtern das ersehnte Tor: Nach gefühlvoller Ecke von Neuzugang Klingmann köpfte Zedi aus zehn Metern über Kickers-Keeper Köstel hinweg zum 1:0 ein. "Das war wichtig für Rudi und fürs Team, dass er wieder trifft", so der Trainer. "Lange Bälle, Standards - genau davor habe ich gewarnt", ärgerte sich Stuttgart-Trainer Robin Dutt. Dessen Elf blieb mit "breiter Brust" (René Müller) über die gesamte Spielzeit, vor allem bei Kontern über links, gefährlich.
Besonders Akcay und Gumper agierten als Unruhe-Herde. Was besonders reizvoll war, weil ihre beiden direkten Gegenspieler Zedi und Kresin ebenfalls zu den Tagesbesten zählten. Hopp hatte mit drei Freistößen bzw. Distanzschüssen (12./15./31.) für die ersten Achtungszeichen auf Erfurter Seite gesorgt. Dazu Torjäger Hebestreit (18.), dessen Kopfball am Gehäuse vorbeistrich. Die Führung hätte fallen müssen, als Richter nach Kanonade von Kresin und Nicu den Ball aus fünf Metern nur an den Pfosten zirkelte (41.). Als noch alle darüber debattierte, warum Kresin im Zweikampf mit Barth im Strafraum zu Fall kam (44.), folgte die erlösende Ecke.
Die RWE-Chancen fielen indes nach der Pause etwas spärlicher aus. Und die Kickers, die mit dem Vorwochen-Sieg gegen Wehen (4:1) im Rücken angereist waren, versteckten sich in dem fair geführten Match keineswegs. Mochte Mesics Warnschuss in der 1. Hälfte (33.) die beste Gäste-Aktion sein, häuften sich nun ihre Gelegenheiten: Milchraum verhedderte sich nach einem Konter in der Abwehr (58.), Lakies´ Kopfball ging knapp drüber (60.), Mesics Schuss (67.) um Zentimeter vorbei, Benda setzte seinen Freistoß ins Außennetz (72.). "Wir haben uns teuer verkauft, aber ein Vollstrecker fehlte uns", so Kickers-Trainer Dutt enttäuscht.
Mit zunehmender Spielzeit hatten die nun deutlich unter Druck geratenen Erfurter mehrere Möglichkeiten zum Kontern. Der für Nicu eingewechselte Okic zirkelte eine Flanke auf Zedi, der den Ball per Kopfball-Tiefflug aber nicht voll erwischen konnte (85.). Und der für Müller gekommene Neitzel scheiterte nach Steilpass des Bosniers völlig frei am herauslaufenden Torwart Köstel (87.). Fast im Gegenzug vereitelte RWE-Keeper Twardzik gegen den heranstürmenden Rahmanovic den Ausgleich, der auch danach noch einige Male in der Luft lag. Doch mit Glück und Geschick überstand der FC Rot-Weiß die kritische Schlussphase.



 

Luftduell: Mit viel Kampfgeist drei Punkte geholt. Erfurts Rudolf Zedi (r.), der sich hier gegen den Stuttgarter Abwehrspieler Sascha Benda durchsetzt, erzielte per Kopf das entscheidende Tor. Foto: Jens-Ulrich Koch

Trainerstimmen

Rene Müller, FC Rot-Weiß Efurt: „Die Kickers spielten mit breiter Brust, und wir wären beinahe noch bestraft worden - wenigstens einen Konter zum 2:0 müssen wir nutzen. Trotz Aufstiegsplatz bitte ich um keine Treibjagd - mit zwei Siegen weniger würden wir in der ausgeglichenen Liga unten hängen".

Robin Dutt, Stuttgarter Kickers: "Insgesamt war ich mit der Leistung zufrieden. Lange Bälle, Standards - genau davor habe ich gewarnt. Wir haben uns teuer verkauft, haben gefightet bis zum Schluß, doch der Ball wollte einfach nicht rein. Irgendwann muss dann auch mal auswärts der Knoten platzen."



 

Sven Kresin (Rot-Weiss Erfurt) gegen Heiko Gumper (l.,Stuttg.)

Statistik

Rot-Weiß Erfurt: Twardzik - Fall, Richter, Traub, Klingmann - Zedi, Kresin, Hopp - Müller (81. Neitzel), Hebestreit, Nicu (64. Okic)

Stuttgarter Kickers: Köstel - Benda, Barth, Malchow, Stierle - Braun (64. Intemperante), Gumper (76. Rahmanovic), Akcay (88. Zimmermann), Michraum - Lakies, Mesic

Tore: 1:0 Zedi (45.)

Zuschauer: 3746

Gelbe Karten: Hebestreit - Milchraum, Mesic, Gumper

Schiedsrichter: Schiedsrichter: Raquet (Rodenbach)


19.Siegen-RWE
21.Kaiserslautern-RWE