18.RWE-Bayern(A.)

FC Rot-Weiß Erfurt-FC Bayern München (A.) 0:3

Das heimische Flutlicht bringt den Rot-Weißen kein Glück. Gestern traten sie bereits zum sechsten Mal in dieser Saison unter dem Kunstlicht im Steigerwaldstadion an und blieben zum fünften Mal sieglos.
Lediglich gegen Siegen klappte es in einem Abend-Spiel mit einem vollen Erfolg. Doch auch die Amateure des FC Bayern waren gestern zu packen.
In der ersten Halbzeit zeigten sich die Erfurter, bei denen erwartungsgemäß Neitzel für den verletzten Fuchs die rechte Seite besetzte und Richter überraschend für Traub in der Innenverteidigung spielte, weitaus engagierter. Vor allem Kresin sorgte für viel Schwung. Der Mittelfeld-Renner besaß auch die erste Chance, als er sich im Strafraum durchsetzte, sein Schuss aber von Rensing pariert wurde (10.).



 

Bis dahin hatten sich die Münchner ausschließlich auf ihre Defensivarbeit beschränkt und wirkten dabei nicht sonderlich souverän. Vor allem Saba offenbarte Schwächen und sorgte für lautstarkes Fauchen von "Tiger" Gerland an der Seitenlinie. Der Bayern-Trainer konnte sich jedoch nach der überraschenden Führung etwas zurücklehnen. Mees hatte sich vom starken Guerrero verladen lassen, und der Torjäger schloss eiskalt ab (14.). Das Tor schockte die Erfurter spürbar. Sie bemühten sich zwar, agierten allerdings oft unglücklich (Okic, Neitzel) gegen den weit hinten postierten Bayern-Block. Es dauerte bis kurz vor der Pause, bis es noch einmal gefährlich wurde. Okics 16-m-Schuss hielt Rensing, dessen Defizite im Herauslaufen nicht genutzt wurden, sicher (44.).


 

Die größte Ausgleichschance vergab zu Beginn des zweiten Abschnitts aber Müller, der das Leder - von Okic mit schnell ausgeführtem Freistoß bedient - freistehend aus zehn Metern verzog (49.). Trotzdem warteten die Fans auf den großen Druck ihres Teams. Zu brav (keine Gelbe Karte) und durchsichtig waren die Angriffe. Das Risiko wurde ebenso gescheut wie überraschende Einzelaktionen. Ohne Pressing hatten die abgeklärt, manchmal sogar aufreizend lässig, wirkenden Bayern keine Probleme. Und mit ihren Kontern waren sie stets gefährlich. Der kaum zu stellende Guerrero scheiterte zwei Mal an Twardzik (59./72.). Hauser verfehlte per Direktschuss das Tor (61.).
Das entscheidende 0:2 fiel allerdings nach einer Ecke. Misimovic hatte für Fink aufgelegt, und der Routinier traf mit schönem Flugkopfball (73.). Zu diesem Zeitpunkt stand mit da Silva ein Debütant auf dem Rasen. Der Brasilianer, der in dieser Saison in der Landesliga mit Toren auffiel, hätte beinahe für den Anschluss gesorgt. Doch er spitzelte Kresins Flachschuss direkt in Rensings Arme (74.).
Die Schlussoffensive blieb aus. Zu konsterniert wirkten die Gastgeber, die Sekunden vor Ultimo noch das 0:3 hinnehmen mussten. Misimovic hatte Richter und Twardzik verdammt alt aussehen lassen und glänzend für den kurz zuvor eingewechselten Kilicaslan vorbereitet. Und die Erfurtern staunte nur noch, wie clever die jungen Kicker sein können.


Trainerstimmen

Gerland (Bayern): "Von uns erwartet man immer etwas Besonderes. Wir konnten unsere erste und einzige Torchance in der ersten Halbzeit zur Führung nutzen. Praktisch mit der zweiten Chance, die Ausnutzung einer Standardsituation, kamen wir zum zweiten Treffer. Das dritte Tor entsprach in der Endkonsequenz nicht den Spielanteilen."

Müller (Erfurt): "Ich kann mich den Worten meines Vorredners anschließen. Wir haben unsere Chancen wieder einmal nicht genutzt. Die Bayern demonstrierten uns, wie Fußball effektiv gespielt wird."


Statistik

Tore: 0:1 Guerrero (14.), 0:2 Fink (73.), 0:3 Kilicaslan (90.)

FC Rot-Weiß Erfurt: Twardzik - Mees (66. Da Silva), Laars, Richter, Kaiser - Kresin, Zedi - Okic, Hebestreit, Müller - Neitzel (60. Hopp)

Bayern München (A): Rensing - Lell, M'Bock, Saba, Hauser - Jungwirth (46. Ochs), Fink, Misimovic, Guerrero (87. Kilicaslan), Ottl (70. Hasenhüttl) - Oswald

Zuschauer: 3.089


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