13.RWE-Chemnitz

FC Rot-Weiß Erfurt - Chemnitzer FC 1:0

Mit dem knappen 1:0-Erfolg über den Chemnitzer FC blieb der FC Rot-Weiß nicht nur im dritten Regionalliga-Spiel hintereinander ohne Niederlage, er kann morgen 19.30 Uhr im DFB-Pokalspiel gegen Bundesligist 1. FC Kaiserslautern auch mit breiter Brust auflaufen.

Die Schritte waren langsam, immer wieder blieb Tom Bertram stehen. Aber das war erst nach dem Abpfiff, als er sich von den Fans in der Südkurve des Steigerwaldstadions feiern und beglückwünschen ließ. Der Manndecker hatte sich das verdient. Am Samstag absolvierte der 18-Jährige sein viertes Spiel innerhalb von neun Tagen, nachdem er zuvor drei Auswahleinsätze in der deutschen U-19-Auswahl hatte. Mit ausgiebigen Aufenthalten im Entspannungs-Becken und einigen Saunagängen versuchte er, die müden Beine wieder locker zu bekommen. "Doch am besten gegen Müdigkeit helfen Siege", sagte er und freute sich über das 1:0 über den Chemnitzer FC. Ein Ergebnis, das auch gut für die Nerven ist, weil es für Distanz zur unteren Tabellen-Zone gesorgt hat.

Den Erfolg in einer insgesamt nur mäßigen Partie stellte Ronny Hebestreit sicher, der eine Kombination über Joe Mensah und den ungemein starken Alexander Schnetzler mit dem Fuß vollendete. "Egal, dass wir nicht so ge-glänzt haben - Hauptsache gewonnen", so das Fazit des Kapitäns.

Grundlage für die drei Punkte waren eine gut stehende Hinter-Mannschaft, in der Jörn Nowak rechts und Justus Six links verteidigten. Die Abwehr gestattete dem sächsischen Kontrahenten nicht viele Chancen. Und wenn der Gast doch zu einer Gelegenheit kam, dann meisterte sie Dirk Orlishausen mit der Ruhe und Klasse eines Routiniers. Drei Mal musste er unter anderem bei Freistößen auf der Hut sein, der jeweilige Absender Görke wurde wenige Minuten vor dem Abpfiff vom nicht unbedingt überzeugenden Bundesliga-Schiedsrichter Weiner nach grobem Foulspiel vom Platz gestellt. Zuvor musste sein Trainer schon zähneknirschend und kopfschüttelnd nach einigen harschen Worten in Richtung Mensah auf die Tribüne. Doch trotz des gleich mehrfachen Ärgers an diesem Nachmittag wünschte Dietmar Demuth dem FC Rot-Weiß für das Pokal-Spiel gegen Kaiserslautern "alles Gute".

Ob morgen Abend dann vor erwarteten 12 000 Zuschauern auch Carsten Weis wieder zur Anfangsformation zählt, ist noch ungewiss. Gegen Chemnitz durfte sich der 19-Jährige über seinen ersten Regionalliga-Einsatz von Beginn an freuen. Mit dem Mittelfeldakteur liefen vier weitere Akteure (Nowak, Bertram, Six, Mensah) auf, die in der alten Saison in der 2. Mannschaft gespielt haben. Später machten Stark und Scherer das halbe Dutzend voll. Und ganz hinten stand mit Orlishausen jemand, der damals sogar nur in der 6. Liga aktiv war.

Logisch, dass Pavel Dochev und Ronny Hebestreit das Team bei schwächeren Leistungen auch immer wieder in Schutz nehmen. Trainer und Kapitän mahnen zur Geduld, weil sie wissen, dass da durchaus Großes heranwachsen kann.

Und eventuell können sich die jungen Spieler ja noch weiter steigern, morgen beispielsweise, wenn sie auf bekannte Namen treffen. Die Mannschaft scheint jedenfalls keine Lust zu haben, ein Aufbaugegner für die in der Krise befindlichen Pfälzer zu sein. "Vielleicht gelingt uns ja vor großer Kulisse wirklich eine Sensation", träumte Dochev schon einmal. Gestern ließ er seine Mannschaft auslaufen, heute und morgen trainiert sie ebenfalls noch einmal. Am Abend besteht dann die große Chance, deutschlandweit für Aufsehen zu sorgen.

"Warum nicht?", fragte Tom Bertram und strich sich über die müden Beine. Wie er sich am besten munter fühlen kann, hat er am Samstag ja erlebt.


Trainerstimmen

Dietmar Demuth (CFC): "Ich bin schwer enttäuscht. Es war ein schwaches Spiel. Mein Team war in der ersten Halbzeit und 20 Minuten der zweiten Halbzeit überlegen. Beim 0:1 haben wir aber den Gegner zum Toreschießen eingeladen. Einige meiner Spieler sind die letzten entscheidenden Meter nicht gelaufen. Das werden sie im Training nachholen."

Pavel Dotchev (FC Rot-Weiß Erfurt): "Der CFC war wirklich leicht überlegen. Es war ein erkämpfter Sieg. Leider haben wir es nicht geschafft, das Spiel zu kontrollieren. Aber wir waren auch mit sechs angeschlagenen Leuten ins Spiel gegangen."


Statistik

FC Rot-Weiß Erfurt: Orlishausen - Schnetzler, Holst, Bertram, Nowak - Brunnemann (70. Robert Stark), Pätz (84. Scherer, Six, Weis (78. Kacani) - Mensah, Hebestreit

Chemnitzer FC: Süßner - Kunert (78. Schmidt), Baumann, Ensrud (56. Salonen), Göhlert - Rene Stark, Görke, Adamu, Becker - Homola (46. Rolleder), Mayer

Tore: 1:0 Hebestreit (23.)

rote Karte: Görke (85./CFC/grobes Foul)

Zuschauer: 4.927

Schiedsrichter:
Weiner


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