11.Stuttgart(A.)-RWE

VfB Stuttgart (A.) - FC Rot-Weiß Erfurt 3:0

Gerade 400 Zuschauer verliefen sich gestern Abend ins Robert-Schlienz-Stadion. Die Konkurrenz durch die benachbarte Canstatter Wasen, die morgen zu Ende geht, und das gleichzeitig steigende Nena-Konzert in der Schleyer-Halle war zu groß.
Eine kleine Überraschung gab es dagegen in der Erfurter Startelf. Dort fehlte zum ersten Mal in dieser Saison Ronny Hebestreit, den Trainer René Müller "nach drei schwächeren Spielen" eine Pause verordnete. Für ihn stürmte der gegen Pfullendorf überzeu- gende Tomasz Szewczuk. Kurzfristig krank gemeldet hatte sich indes Henri Fuchs (Grippe).
Nicht im Bilde schien zunächst die Abwehr der Rot-Weißen, die nach einer 15-minütigen Abtastphase VfB-Angreifer G. Müller vergessen hatte. Dieser bedankte sich für Rathgebs Zuspiel mit dem 1:0 aus zwölf Metern (17.). Die ohne ihre beiden U 21-Nationalspieler Benaglio und Berger angetretenen Stuttgarter waren hochmotiviert, wollten ihren sechsten Saisonerfolg einfahren. Mamajev übertrieb es allerdings und bekam nach einem brutalen Foul an David Fall (im Erfurter Strafraum!) die Rote Karte gezeigt. Aber auch der Rot-Weiß-Flügelflitzer musste raus. Er wurde mit Verdacht auf Mittelfußbruch ins Krankenhaus gebracht. Für ihn kam Enrico Neitzel, der mit Szewczuk fortan eine Doppelspitze bildete. Doch trotz der numerischen Überzahl kamen die Gäste vor der Pause nur einmal gefährlich auf, als Neitzel das Leder an den Pfosten setzte (37.). Da stand es jedoch schon 2:0. Rathgeb hatte nach einem Doppelpass mit G. Müller von der Strafraumgrenze ins Eck getroffen (30.) - und drei Minuten später beinahe noch erhöht. Seinen Schuss köpfte Andreas Richter für den geschlagenen René Twardzik von der Torlinie.
Vor allem in punkto Schnelligkeit und Ballsicherheit war der vom überragenden Rathgeb angetriebene VfB den Erfurtern klar überlegen. Erst nach dem Wechsel fing sich Rot-Weiß wieder. René Müller scheiterte per Kopf am glänzend reagierenden Masic (54.). Kurz darauf rutschten gleich drei Erfurter an Müllers scharf getretener Ecke vorbei.
Ansonsten brachten die Feldvorteile gegen die sich weit zurückziehenden und auf Konter lauernden Stuttgarter nichts ein. Es haperte an der Präzision des letzten Passes und wie schon in der Vorwoche beim 1:2 gegen Pfullendorf an den Ideen beim Spielaufbau. Die Gastgeber hatten wenig Mühe, in der Defensive immer wieder zu klären und den entscheidenden Konter zu setzen. Der durchgebrochene Gomez traf zum 3:0 (88.).
Es schien, als hätten die Erfurter den für heute (ab 10 Uhr) anberaumten Tag der offenen Tür um einige Stunden vorverlegt.


Trainerstimmen

Müller (Erfurt): "Gegen diese dynamisch laufstarke Mannschaft haben wir verdient verloren. Nur wenn der Ball bei Neitzels Pfostenschuss ins Tor gegangen wäre, hätten wir eventuell noch eine Chance gehabt. Uns fehlen solche Leute, wie Sträßer, Loose und Pätz, die den Verein Ende der letzten Saison verließen. Dazu kam noch der Ausfall von Fall (gebrochener rechter Mittelfuß), der uns nun in der nahen Zukunft fehlt. Unsere Mannschaft wird allgemein überschätzt. Das Problem unserer Besetzung ist, dass wir aus finanziellen Gründen nicht nachbessern können."

Fanz (Stuttgart): "Ich bin zufrieden. Mit diesem Spiel hat sich unser Team die Selbstachtung nach dem verlorenen Spiel in Wehen zurückgeholt. Unsere Abwehr stand gut. Rathgeb hat eine hervorragende Partie gespielt. Unsere jungen Leute gewöhnen sich langsam an die Regionalliga."


Statistik

Tore: 1:0 Müller (17.), 2:0 Rathgeb (30.), 3:0 Gomez (88.)

rote Karte: Mamajew (21./ Stuttgart) brutales Foul

VfB Stuttgart (A): Masic - Lechner, Fink, Rundio, Butscher - Mamajew, Vujevic, Ricciardi, Rathgeb - Müller (61. Caligiuri), Hleb (77. Gomez)

FC Rot-Weiß Erfurt: Twardzik - Fall (23. Neitzel), Gansauge, Richter, Traub, Zedi, Kresin, Kaiser (65. Hebestreit) - Okic, Müller - Szewczuk (58. Hopp)

Schiedsrichter: Lutz Wagner (Hofheim)

Zuschauer: 400


10.RWE-Pfullendorf
12.RWE-Mainz(A.)