08.RWE-Aue

FC Rot-Weiß-Erfurt - FC Erzgebirge Aue 0:3

Acht Spieltage hat es gedauert, und der FC Rot-Weiß steckt mitten im Abstiegsstrudel. Beim gestrigen 0:3 im Ostderby gegen Aue waren nur die Zuschauer zweitligareif. 19 500, so viele wie nie in dieser Saison, weilten im Steigerwaldstadion.
Den Abpfiff erlebte nur noch etwa zwei Drittel des Publikums mit. Ein Großteil der Thüringer Anhänger hatte schon lange zuvor den Heimweg angetreten. Kopfschüttelnd und erschüttert über die Leistung einer Mannschaft, die von Anfang bis Ende enttäuschte. Mit Pfiffen wurde sie in die Kabine verabschiedet - das gab es seit Monaten nicht mehr. Danilo Knieling, Fan-Beauftragter des Clubs, sagte: "So vergrault man seine Fans. Das war Angsthasenfußball. In der TA hatten einige Akteure versprochen, sprichwörtlich Gras zu fressen. Davon war wenig zu sehen". Es sei schade, dass so leichtfertig Rückendeckung verschenkt wird. Die Erzgebirge-Fans feierten ausgelassen. Es war der erste Auer Sieg seit 28 Jahren in Erfurt.



 

Wie erwartet hatte Trainer René Müller seine Elf kräftig durcheinander gewirbelt. Gegenüber der 0:4-Pleite von Unterhaching standen vier Neue in der Startelf. Kresin gab den rechten Verteidiger für Fall, der genauso wie Richter nur auf der Tribüne saß. Barletta und Bürger rückten ins Mittelfeld, während van Buskirk in der Sturmspitze zu seinem ersten Einsatz von Beginn an kam.


 

Fehlerhafte Zuspiele und einfache Ballverluste der Erfurter Truppe machten es den in Gelb spielenden "Veilchen" leicht, überlegen zu sein. Doch sie mussten dabei nicht glänzen, wenn, dann passierte das fast nur durch Curri. Der quirlige Albaner sorgte nach einer 20-minütigen Abtastphase auch für das 1:0. Mit einem tollen Solo narrte er Akoto und Kresin, scheiterte zunächst an Twardzik, bekam den zurückspringenden Ball jedoch genau auf dem Oberschenkel. Von dort senkte sich das Leder über den Keeper hinweg ins Netz (22.). Und Aue legte sofort nach. Einen Kurth-Freistoß ließ Twardzik nach vorn abprallen, Juskowiak stand goldrichtig und schob zum 2:0 ein (26.). Rot-Weiß hatte dem kaum etwas entgegen zu setzen. Lediglich bei einem Kreuz-Schuss (19.) musste sich Aues Torhüter Hahnel strecken. Als Braham ihm aus fünf Metern direkt in die Arme köpfte, konnte er sich beim Absender bedanken (33.).


 

Nach der Pause tat Müller mit Schnetzler für Traub etwas für die Offensive, doch im Angriff setzten nur die Auer Akzente. Als der Ex-Erfurter Helbig den eingewechselten Rehm per Hackentrick glänzend einsetzte, erzielte der Verteidiger das 3:0. Wenig später folgte der nächste Schlag für die Rot-Weißen, Schnetzler sah nach seinem zweiten unmotivierten Einsteigen die Gelb-Rote Karte. Dass es danach kein Debakel wurde, lag - wie schon in Unterhaching - an Twardzik.

Doch auch der Tscheche war wie fast alle seiner Mannschaftskameraden nach der Partie nicht zu einem Statement bereit. Insofern dauerte der schwache Auftritt der Rot-Weißen weitaus länger als 90 Minuten. Zu den wenigen, die sich stellten, gehörte Kapitän Zedi. Er sagte: "So kann es nicht weitergehen. Wir müssen uns um 180 Grad drehen, um die Kurve zu kriegen. Und das muss schnell passieren."



 

Trainerstimmen

Rene Müller (Erfurt): "Unseren normalen Ablauf in der Woche werden wir nicht ändern. Bis zur Chance von Markus Kreuz war das Spiel eigentlich ausgeglichen. Eine sehr gute Einzelleistung von Curri, wo er zwei unserer Abwehrspieler narrte, brachte die Führung, dann waren die Auer sehr bissig. Killer Juskowiak erzielte das vorentscheidende 2:0. Nach der Pause gelang es uns leider nicht, den Anschlusstreffer zu erzielen. Jetzt müssen wir als Mannschaft klaren Kopf behalten und solch ein Befreiungsschlag wie Aue ihn heute demonstrierte, ebenfalls folgen lassen. Das Geschenk 2. Fußballliga hat der Verein, die Stadt und das Land noch nicht richtig verstanden."

Gerd Schädlich (Aue):
"Sicherlich, wir waren mit dem 3:0 rundum zufrieden. Nach der unnötigen Heimniederlage gegen Trier haben wir die richtigen Schlussfolgerungen gezogen. Das Spiel lief für uns nach einer Gewöhnungsphase wie auf den Leib zugeschnitten. Nach dem 1:0 konnten wir sofort nachlegen und haben damit schon eine Vorentscheidung herbeigeführt. Die Mannschaft hat aber auch relativ ordentlich gespielt, dennoch werden wir die von uns verursachten Fehler nach der Pause ansprechen."



 

Statistik

FC Rot-Weiß Erfurt: Twardzik - Kresin, Akoto, Keller, Traub (46. Schnetzler/61. GRK) - Barletta (68. Glöden), Zedi - Braham, Kreuz, Bürger - van Buskirk (68. Neitzel)

FC Erzgebirge Aue: Hahnel - Kos, Emmerich, Trehkopf - Heidrich, Kurth, Liebers (37. Rehm) - Toppmöller (77. Hasse) - Curri, Juskowiak (84. Kunze), Helbig

Schiedsrichter: Stachowiak (Duisburg)

Zuschauer: 19 500

Tore: 0:1 Curri (22.), 0:2 Juskowiak (26.), 0:3 Rehm (51.)



 

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