03.RWEssen-RWE

SC Rot-Weiß Essen - FC Rot-Weiß Erfurt 0:0

Rudolf Zedi strahlte schon vor dem Anpfiff: "Ich kann spielen", meinte Erfurts Kapitän, der ausgerechnet in Essen einst seine Fußballer-Karriere begann. Rot-Weiß gegen Rot-Weiß, als Pflichtspiel erlebte diese Ansetzung gestern ihre absolute Premiere. Dennoch gibt es für beide Vereine eine interessante Gemeinsamkeit: 1955 wurde Essen Deutscher- und Erfurt DDR-Meister.

Im Duell der Aufsteiger wollten die Erfurter, die gestern mit Torik Akoto aus Togo noch einen weiteren Innenverteidiger verpflichtet hatten, unbedingt die zu erwartende Anfangsoffensive der Gastgeber unbeschadet überstehen. Die wurden zum Saisonauftakt gegen Aue beim 1:5 bitter ausgekontert. Das klappte zunächst auch gut, denn die Thüringer standen nicht nur dicht am Mann, sondern starteten auch den einen oder anderen gefährlichen Konter.



 

Den besten Angriff seiner Mannen sah Trainer René Müller in der Anfangsphase in der 20. Minute, als Kreuz von links flankte, Hebestreit den Ball durchließ und Schnetzler aus 14 Metern volley abzog, aber an Torhüter Renno scheiterte. David machte später auf dem regennassen Rasen alles richtig, als er aus der zweiten Reihe abzog, aber das Essener Tor knapp verfehlte (22.). Es war die letzte gute Aktion für viele Minuten, denn Rot-Weiß Essen erhöhte nun enorm den Druck.

Für Erfurt wurde die Essener "Hafenstraße" mehr und mehr zur Einbahnstraße. Die Gastgeber bestimmten nun klar das Spiel, waren auch in den Zweikämpfen meist Sieger. Einmal musste Richter nach einer Freistoßflanke und anschließendem Kopfball sogar auf der Linie klären (29.). In die Kabinen gingen die Erfurter Rot-Weißen aber doch noch unbeschadet.



 

René Müller sah sich zur Pause zum Handeln gezwungen, da seine Mannschaft zu wenig nach vorn unternahm: Angreifer Onwuzuruike kam jetzt für Schnetzler ins Spiel. Essen begann nach dem Wechsel so schwungvoll, wie man zuvor die erste Halbzeit beendet hatte. Doch zumindest ließen sich die Gäste nicht mehr so einschnüren und suchten selber das gegnerische Tor.

Das zeigte bei den Gastgebern auch zunehmend Wirkung, denn ihr Druck ließ nach gut einer Stunde spürbar ab. Erfurt stellte sich jetzt immer besser auf den Gegner ein, machte die Räume eng und besaß nach Freistoß von Kreuz auch eine gute Möglichkeit. Traub kam völlig frei zum Kopfball, vergab aber knapp (65.). Und auf der Gegenseite bewies Twardzik seine absolute Klasse, als er einen Volleyschuss von Teixeira (78.) aus dem Winkel kratzte.



 

Gegen die nun meist planlosen Angriffe der Platzbesitzer hatte Erfurt kaum Probleme und brachte den Punkt in einem gutklassigen Spiel verdient über die Zeit. "Wir haben uns das 0:0 redlich verdient aufgrund unserer Einsatzbereitschaft. Die Gastgeber haben uns fast erdrückt", resümierte Kapitän Rudolf Zedi. "Es war ein ausgemachtes Kampfspiel. Der Regen behinderte alle in ihren Aktionen, so dass man hier und da Verständnis für Fehler haben sollte", warb Glöden um Verständnis für einige nicht so gelungene Spielzüge.


 

Trainerstimmen

René Müller (FC Rot-Weiß Erfurt): "Ich denke, dass die über 11.000 Zuschauer ein gutes Spiel gesehen haben", sagte er nach dem Spiel: "Die Essener hatten nach der Pause klare Feldvorteile. Twardzik hielt aber hervorragend, so dass ich mit dem Punkt zufrieden bin. Es brannte oft in unserem Strafraum, dennoch hatten wir stets den Mut zum Kontern. Fast wäre uns in der Schlussminute der Sieg gelungen. Das Remis ist verdient."

Jürgen Gehlsdorf (SC Rot-Weiß Essen): Erfurt hat uns um die Punkte gebracht. Bei diesen Witterungsbedingungen bot unsere Mannschaft viel Engagement. Außerdem bekamen wir heute kein Gegentor, was auch auf den Wechsel des Torwartes zurückzuführen ist. Den Kampfeswillen meiner Mannschaft kann ich nur loben."



 

Statistik

SC Rot-WeißEssen: Renno - Haastrup, Nascimento, Ristau, Sidney - Bilgin, Goldbaek, Schwarz, Koen - Teixeira (72. Thomson), Lintjens (72. Schoof).

FC Rot-WeißErfurt: Twardzik - Fall, Richter, Traub (81. Klingmann), Bürger - Zedi, Glöden - Schnetzler (46. Onwuzuruike), Kreuz (88. Barletta), David - Hebestreit.

Schiedsrichter: Hoyzer (Berlin)

Zuschauer: 11.060.


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