1968/69

Zu Hause halfen die eigenen Wände

Dem Erfurter Publikum blieben auch im nächsten Jahr die berühmt-berüchtigten Wechselbäder der Gefühle nicht erspart. Ihre Rot-Weißen warteten mit begeisternden Spielen im eigenen Stadion auf, konnten aber auf Gegners Platz nur ungenügend ausgleichen. Schlechtere Auswärtsbilanzen als die Schützlinge von Martin Schwendler besaßen lediglich die während der gesamten Saison gegen den Abstieg kämpfenden Teams von Stahl Riesa und dem 1. FC Lok Leipzig.

Von ihren insgesamt 13 Reisen brachten die Rot-Weißen nur einmal einen Doppelpunktgewinn mit, und das ausgerechnet beim Halali am letzten Spieltag. Da gelangen Rainer Trölitzsch und Jürgen Albrecht in Magdeburg zwei Tore gegen den damaligen FCM-Keeper und späteren NOFV-Präsidenten Hans-Georg Moldenhauer, und auf der Gegenseite parierte Horst Weigang einen von Jürgen Sparwasser getretenen Foulstrafstoß. Der unerwartete 2:1-Erfolg ließ die Erfurter auf den achten Rang nach vorn springen, die Gastgeber mussten dagegen den bereits sicher geglaubten zweiten Platz an den FC Carl Zeiss abtreten. Das Magdeburger Spiel bildete so einen guten Schlusspunkt unter eine Meisterschaftsserie, in der – aus Rot-Weiß-Sicht – Licht und Schatten allzu krass wechselten.

Trainer Martin Schwendler konnte seinen vor dem Saisonstart geäußerten Vorsatz „aus den zwei Gesichtern des Rot-Weiß endlich eines machen zu wollen“ nicht realisieren. Er scheiterte an der leistungsmäßigen Unausgeglichenheit der Stamm-Besetzung, die seinerzeit meist in der Formation Weigang, Wehner, Schuh, Egel, Schuster, Trölitzsch, Wolff, Albrecht, Seifert, Stieler, Meyer auflief. In Erinnerung blieben einige bilderbuchreife Tore von Rainer Trölitzsch, Gerd Stieler und Jürgen Albrecht im Erfurter Stadion, das sich zu einer von allen Partnern gefürchteten Heimfestung gemausert hatte. Nur der neue Meister FC Vorwärts Berlin sowie Jena und Magdeburg trumpften zu Hause ähnlich gut auf wie der FC Rot-Weiß.



 

Abschluss-Tabelle

1. Vorwärts Berlin 26 47:28 34:18
2. FC Carl Zeiss Jena 26 43:22 32:20
3. 1. FC Magdeburg 26 43:41 31:21
4. Hansa Rostock 26 42:33 29:23
5. Sachsen Zwickau 26 23:19 27:25
6. Chemie Leipzig 26 30:27 27:25
7. Karl-Marx-Stadt 26 35:36 26:26
8. FC Rot-Weiß Erfurt 26 32:27 25:27
9. Wismut Aue 26 33:31 25:27
10. BFC Dynamo 26 25:36 25:27
11. HFC Chemie 26 32:35 22:30
12. Stahl Riesa 26 26:43 22:30
13. Union Berlin 26 29:41 20:32
14. Lok Leipzig 26 16:37 19:33


1967/68
1969/70