35.Wehen-RWE

SV Wehen-Wiesbaden - FC Rot-Weiß Erfurt 0:1

RW Erfurt hat das Spitzenspiel der 3. Liga beim SV Wehen Wiesbaden mit 1-0 gewonnen. Im sechsten Anlauf gelang dadurch endlich der langersehnte Sprung auf Platz 3, der zu 2 Relegationsspielen gegen den Drittletzten der 2. Liga berechtigen würde, wenn wir die Position noch die verbleibenden 3 Spieltage verteidigen können. Torschütze in Wiesbaden war Nils Pfingsten Reddig.

Alles passte heute. 24 Grad, ein stahlblauer Himmel und unter den knapp 6100 Zuschauern des Spitzenspiels in der BRITA-Arena mehr als 1200 mitgereiste Anhänger des Thüringer Traditionsvereins. Welch großartige Unterstützung für das Team!

RWE heute erstmals in dieser Saison ganz in weißer Spielkleidung, als wolle man wie Real Madrid aufspielen. In der Aufstellung sah es so aus: Tom Bertram lief heute für Dennis Malura als rechter Verteidiger auf. Jens Möckel und Dennis Hillebrand, trotz seiner Kapselverletzung nun doch im Einsatz, standen innen, Fabian Stenzel links. Oli Caillas war im Mittelfeld auch aufgeboten, trotz Muskelverhärtung. Martin Hauswald ersetzte den gesperrten Danso Weidlich. Vorne wieder Marcel Reichwein und Dominick Drexler. Wiesbaden begann couragierter, wollte für eine frühe Führung sorgen. Nach einem Abwehrfehler von Stenzel hatte Ziemer gleich die Chance dazu, aber er war zu überrascht und schoß weit über das Erfurter Tor. Der FC Rot-Weiß verteidigte im Weiteren geschickt und tastete sich bald darauf selbst erstmals vorsichtig nach vorne. In der 11. Minute brachte Kapitän Rudi Zedi dann einen seiner gefürchteten langen Einwürfe. Der Ball wurde von Möckel über Caillas wieder zu Zedi gespielt. Der flankte direkt in den Strafraum, wo Benjamin Hübner eine äußerst unglückliche Figur machte, als er den Ball abwehren wollte, diesen aber direkt vor die Füße von Nils Pfingsten Reddig spielte. Unser Mittelfeldmann fackelte nicht lange, hielt mit Vollspann aus 16 Metern drauf und traf in die linke untere Ecke. Wehen-Keeper Gurski hatte keine Chance. Nach 11 Minuten führten wir bereits im "Spiel der Spiele" mit 1-0 beim SVW Wiesbaden !!! Es war das 9. Saisontor für Nils und das erste Tor aus dem Spiel heraus. Sonst hatte er immer per Elfmeter getroffen.
Nach dem Treffer entwickelte sich ein farbiges, rassiges Spitzenspiel. Wir versuchten zwar immer wieder gegen kaum geschockte Gastgeber das Tempo etwas rauszunehmen, aber die Hessen ließen solche Pausen kaum zu, drückten weiter, suchten den schnellen Ausgleich. Wie durch Daniel Brosinski zum Beispiel. Der Freistoß des Ex-Kölners nach einem Handspiel von Bertram an der linken Strafraumgrenze zischte knapp über den Erfurter Torwinkel. Dann bügelte Möckel gegen Jancic einen Fehler von Pfingsten-Reddig aus. Nach einer halben Stunde wechselte Wiesbadens Trainer Lettieri Benjamin Hübner, der den Gegentreffer verschuldet hatte, aus und brachte mit Addy-Waku Menga einen zusätzlichen offensiven Mann, der bereits sechs Mal in der Saison treffen konnte. Immer wieder rannten sie an, aber meist planlos. RWE seinerseits blieb selbst gefährlich. In der 39. Minute umkurvte Tom Bertram einen Gegenspieler und zog direkt ab. Der Ball wurde abgefälscht, so dass Keeper Michael Gurski schon geschlagen war, aber der Kanadier Ledgerwood klärte für die Wiesbadener auf der Torlinie. Das hätte das 2:0 sein können. Ledgerwood selbst bot sich nur 100 Sekunden später selbst ein Tor, den Ausgleich, zu erzielen. Nach einer Flanke von rechts durch Brosinski, verzog er aber aus nur 6 Metern freistehend vor Orlishausen. Eine dicke Ausgleichschance.

Zur Halbzeit ließ sich festhalten. Keine unverdiente Führung für uns, obwohl die Hausherren mehr Spielanteile hatten. Der FC Rot-Weiß trat aber sehr selbstbewusst auf, die Jungs nahmen die Zweikämpfe an und ließen beim Gegner keinen echten Spielfluss zu. Unsere Vorstöße wurden, wie zuletzt gewohnt, häufiger über die linke Seite vorgetragen. Rechts, über Hauswald, agierten wir noch etwas zögerlich. Außerdem gab Hoffnung für die 2. Halbzeit: In 13 von 14 Fällen hatten wir bei eigener 1-0 Führung in der Vergangenheit immer gewonnen.

Wiesbaden kam abermals mit Elan aus der Kabine. Nach einer Ecke durfte Ledgerwood aus der zweiten Reihe relativ unbedrängt abschließen und der Ball ging knapp am Tor vorbei. In der 52. Minute kam Schönheim zum Kopfball. Er war aber nicht druckvoll genug und ging glücklicherweise weit über den Kasten von Orlishausen. Nach 57 Minuten d i e Riesentorchance für Marcel Reichwein. Nach einem Zuspiel von Drexler m u s s t e er eigentlich das Tor machen, wie alle Fans dachten, aber er setzte den Ball neben den Kasten. Es wäre die Vorentscheidung gewesen. Aber der Ball war nicht ganz einfach zu nehmen oder gar zu platzieren, weil Marcel ihn direkt aus der Luft nahm. So hieß es weiter zittern, denn insgesamt brachten wir nicht mehr viel nach vorne und sahen uns Angriff um Angriff gegenüber. Nach einer guten Stunde große Aufregung im Stadion. Ledgerwood hatte den Ball im Strafraum mit dem Außenrist mitgenommen, Möckel rauschte heran, riss die Arme hoch, aber der Kanadier kam zu Fall. Die Gastgeber reklamierten vehement, und wie man wohl sagen muss auch nicht zu Unrecht Elfmeter, doch der Schiedsrichter, der erst sein 3. Drittligaspiel leitete, ließ weiterspielen. Auch Jens Möckel selbst meinte hinterher: "Den konnte man geben". Der FC Rot-Weiß Erfurt wechselte danach Martin Hauswald durch Thomas Ströhl aus. Ströhl nahm den für ihn ungewohnten Platz im rechten Mittelfeld ein. Kurz darauf, in der 66. Minute, auch ein Wechsel bei den Hessen. Zlatko Janjic , der eigentlich so gefährliche Bosnier ging, auch weil er rot-gefährdet war, und wurde durch Francis Kioyo ersetzt. Ein verzweifelter Versuch der Gastgeber einen weiteren offensiven Mann zu bringen und das Spiel so doch noch zu drehen. Aber unser Einwechselmann setzte den nächsten Akzent. Thomas Ströhl feuerte einen Freistoß für Erfurt aus 17 Metern von der halbrechten Seite in Richtung Torwinkel des Wehener Kastens und Schlussmann Michael Gurski verhinderte mit einer Glanzparade in der 72. Minute die Entscheidung. 13 Minuten vor Schluss ein überraschender Wechsel beim RWE. Für Drexler kam der A-Jugendliche Patrick Göbel, der schon einige Minuten gegen die Bayern Amateure gespielt hatte. Göbel hatte 2-3 gute Szenen, schien überhaupt nicht belastet von dem Nervenspiel in der BRITA-Arena, fügte sich gut ein. Die Hessen versuchten es in den Schlussminuten nur noch mit hohen und langen Bällen, weil ihnen sonst nichts einfiel gegen unsere massierte Hintermannschaft. Einmal noch gab es dabei ein Gewühl in unserem Strafraum. Ohne Folgen. Dann war Schluss und der Sprung auf den 3. Platz geschafft, denn Offenbach verlor in Braunschweig und wir besiegten die zweitbeste Mannschaft der Rückrunde in ihrem eigenen Stadion.

Jetzt heißt es, den 3. Rang noch 270 Minuten zu verteidigen. Zunächst am kommenden Samstag gegen Regensburg.



Statistik

Tore: 0:1 Pfingsten-Reddig (11.)

SV Wehen W'baden: Gurski - F.Hübner, Lanzaat, B.Hübner (30. Menga), Schönheim - Mintzel - Brosinski, Janjic (66. Kioyo), Ledgerwood, Boskovic - Ziemer (52. Masmanidis)

FC Rot-Weiß Erfurt: Orlishausen - Bertram, Möckel, Hillebrand, Stenzel - Hauswald (64. Ströhl), Zedi, Pfingsten-R., Caillas (86. Lüttmann) - Reichwein, Drexler (77.Göbel)

Zuschauer: 6095

W.M.
Quelle: www.rot-weiss-erfurt.de



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