33.Sandhausen-RWE

SV Sandhausen - FC Rot-Weiß Erfurt 3:2

RW Erfurt hat sein Auswärtsspiel in Sandhausen mit 2-3 und damit leider auch wertvollen Boden im Kampf um die Plätze 3 und 4 verloren. Der inzwischen schon siebte Sieg in Serie durch engagierter auftretende Gastgeber, war unter dem Strich verdient. Rot-Weiß tat zu wenig für seine ehrgeizigen Ziele, die zu realisieren jetzt immer schwerer werden. Doppeltorschütze für RWE war vor 2200 Zuschauern, darunter knapp 200 mitgereiste Anhänger aus Thüringen, Kapitän Rudi Zedi.

Erfurt begann mit Dominick Drexler für Tino Semmer im Angriff neben Marcel Reichwein. Jens Möckel und Dennis Hillebrand standen in der Innenverteidigung, dafür saß Tom Bertram auf der Bank. Sandhausen übernahm sofort das Kommando. Ein erster Freistoß für die Gastgeber nach 6 Minuten und aus 25 Metern stellte noch keine Probleme für Orlishausen dar. Drei Minuten später wurde es schon knapper. Ein abermaliger Freistoß für Sandhausen von rechts und durch David Ulm getreten, schwebte herein. Marco Pischorn kam in der Mitte freistehend zum Kopfball, doch der Ball wurde aus Nahdistanz sensationell von Orlishausen zur Ecke geklärt. Augenblicke später blieb "Orle" nach einer Ecke für die sehr aktiv beginnenden Gastgeber benommen liegen und musste länger behandelt werden, konnte aber doch weiterspielen. Es brauchte 17 lange Minuten, bis der RWE erstmals gefährlicher vorstoßen konnte. Stenzel versuchte es aus 25 Metern. Der Ball wurde noch abgefälscht, war aber kein Problem für Sandhausens Keeper Daniel Ischdonat. In der 19. Minute dann die bis dahin verdiente Führung für druckvolle Gastgeber durch Marco Pischorn, der nicht zum ersten Mal aufgefallen war. Roberto Pinto, der Ex-Bundesligaprofi, hatte geflankt. Marco Pischorn kam unbewacht am Elfmeterpunkt frei an den Ball, drehte sich kurz und verlud einen chancenlosen Orlishausen. Wie schon gegen Saarbrücken stimmte bei uns die Zuordnung nicht. Der SVS setzte nach, wollte die frühe Vorentscheidung. Der FC Rot-Weiß kam jetzt nur noch selten konternd aus der eigenen Hälfte, ohne sich aber ernsthaft in die Nähe des Sandhäuser Tores vorspielen zu können. Nach 25 Minuten die erste Ecke für RWE nach einem schönen Zusammenspiel von Caillas und Stenzel am Flügel. Aber der Ball wurde zu keiner Gefahr für die Gastgeber. Kurz darauf 2 gelbe Karten für Erfurter Spieler ( Reichwein und Möckel) . Ausdruck auch einer gewissen Frustration über den Spielverlauf bis dahin. Die Laune unserer Spieler und des mitgereisten Anhangs wurde in der 32. Minute noch schlechter. Nach einem Freistoß aus der eigenen Hälfte für Sandhausen wurde Tim Danneberg auf links angespielt. Dennis Malura versuchte sich ihm zwar in den Weg zu stellen, wurde aber geschickt verladen und Danneberg schlenzte den Ball ins lange Eck, ohne dass unser Torwart die Möglichkeit gehabt hätte den Ball zu halten. Das 2-0 für klar überlegene Hausherren. Trainer Emmerling wechselte umgehend den nach seiner (14!) gelben Karte gar Rot gefährdeten Jens Möckel aus und brachte Bertram. Auch Drexler musste den Platz verlassen und wurde durch Tino Semmer ersetzt. Plötzlich war Schwung in der Mannschaft und sie "erwachte". Nach einem Eckball von Pfingsten-Reddig auf Caillas, der wieder Pfingsten-Reddig bediente und sofort flankte, köpfte Kapitän Zedi zum Anschlußtor ein (38. Minute) Ein Treffer wie aus dem Nichts, aber egal. Es war auch ein Zeichen, dass wir das Spiel noch keineswegs verloren gegeben hatten. Für Sandhausen nach unendlich langer Zeit ( über 650 Minuten !! ) wieder der erste Gegentreffer. Und der RWE legte nach. Marcel Reichwein traf die Latte des Tores der Hausherren nur 2 Minuten später. Und dann, wieder nur Augenblicke später, Olivier Caillas mit einem Eckball und sensationell wieder Rudi Zedi, wieder mit dem Kopf und dem 2-2 Ausgleich. Mit tollem Zwischenspurt war die verschlafene Anfangsphase korrigiert worden. Damit ging es dann auch in die Kabine.

Fazit bis dato. Die ersten 35 Minuten hatten wir total verschlafen, doch dann schlugen wir überraschend zurück.

Beide Mannschaften kamen einstweilen ohne weitere Wechsel zurück. Sandhausen versuchte wieder an den Elan vom Beginn der Partie anzuknüpfen. Mit Erfolg, denn wir wurden gleich wieder in der eigenen Abwehr eingeschnürt. In der 53. Minute forderte der einheimische Anhang vehement einen Handelfmeter, da Zedi den Ball mit der Hand gespielt haben sollte, aber Schiedsrichter Achmüller pfiff nicht, ließ weiterspielen. Zwei Minuten später ein Kopfball der Gastgeber an die Latte unseres Tores und wenige Momente später klärte Weidlich auf der Linie. Nach einer Stunde ließ der Druck wieder etwas nach und wir kamen mit Marcel Reichwein zu einem Kopfball, der nur etwa 30 Zentimeter am langen Pfosten des Sandhäuser Tores vorbei flog. Auch Weidlich versuchte es mal gefährlich aus der Distanz.

Nach 71 Minuten brachte Sandhausen Regis Dorn , den großen Torjäger der Vorsaison, für David Ulm. Trainer Gerd Dais wollte nichts unversucht lassen noch den Sieg einzufahren. Aber nicht Dorn sondern Kristjan Glibo traf kurz darauf aus 4 Metern zur erneuten Führung für Sandhausen (74. Minute). Allerdings hatte Dorn das entscheidende Zuspiel beisgesteuert. Wieder war unsere Abwehr in dieser Szene durcheinander. Zu allem Überfluss schien es so, als sei unser bester Mann an diesem Tag, Rudi Zedi, kurz vor dem Treffer durch Pischorn gefoult worden, so dass es Freistoß für uns hätte geben müssen. Aber der Schiedsrichter bewertete die Situation anders.
Diesmal wartete man vergeblich auf eine echte Schlussoffensive unserer Mannschaft . Lediglich eine Minute vor Schluss hätte es um ein Haar wieder mit einer Kombination zwischen Caillas und Zedi geklappt. Der eine flankte wieder, der andere köpfte, aber diesmal fand unser Spielführer das Ziel nicht.

Dann war Schluss und die Mannschaft, die den höheren Aufwand betrieben hatte gewann zu Recht. Mit 2-3 gingen unsere Hoffnungen an diesem Abend in (Treib-)sandhausen verloren.



Statistik

Tore: 1:0 Pischorn (19.), 2:0 Danneberg (33.), 2:1 Zedi (38.), 2:2 Zedi (44.), 3:2 Glibo (75.)

SV Sandhausen: Ischdonat - Hillenbrand, D.Schulz, Pischorn, Sievers - Glibo - Schauerte (84. Benschneider), Danneberg, Ulm (71. Dorn), Pinto (53. Blum) - Löning

FC Rot-Weiß Erfurt: Orlishausen - Malura, Möckel (35. Bertram), Hillebrand, Stenzel (83. Hauswald) - Weidlich, Zedi, Pfingsten- R., Caillas - Drexler (35. Semmer), Reichwein

Zuschauer: 2200

Schiedsrichter: Marco Achmüller

W.M.

Quelle: www.rot-weiss-erfurt.de



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