31.Dresden-RWE

SG Dynamo Dresden - FC Rot-Weiß Erfurt 1:3

Der FC Rot-Weiß Erfurt hat nach einer überragenden Vorstellung im Dresdener Stadion mit 3-1 bei den Dynamos gewonnen. Es war der erste Sieg in der sächsischen Landeshauptstadt nach 14 Jahren. Damit konnte man einen direkten Konkurrenten um den Aufstieg in die 2. Liga etwas abschütteln. Wir sind nun einen Punkt hinter Kickers Offenbach auf Rang 4. Vor ausverkauftem Haus trafen Malura, Stenzel und Derby-Held Drexler für uns.
Wir begannen von der Aufstellung her so, wie wir gegen Heidenheim aufgehört hatten. Das heißt, mit "Derbysieger" Drexler neben Reichwein im Sturm. Semmer saß wegen seiner meniskusquetschung und dadurch bedingtem Trainingsrückstand nur auf der Bank.

Die Dresdener, wieder mit Esswein in der Anfangsformation, begannen gleich vom Anstoss weg mit viel Dampf. Dynamo-Trainer Mauksch hatte ja gesagt: "Wir werden Erfurt von Beginn an jagen". Und seine Spieler schienen das beherzigen zu wollen. Schon in der 3. Minute musste Weidlich einen Kopfball von Jungwirth auf der Torlinie klären. 60 Sekunden später war er in einer fast gleichartigen Situation beim neuerlichen Abwehrversuch überfordert. Diesmal musste er den wuchtigen, als Aufsetzer kommenden Kopfball von Schuppan passieren lassen.Nach 4 Minuten lagen wir also schon im Rückstand. Eine schwere Hypothek für den weiteren Spielverlauf, so schien es zunächst. Die ersten druckvollen Minuten der Dresdener deuteten an, dass es schon im Spielaufbau heute auch schwer werden könnte. Der Rückstand warf zudem alle taktischen Vorgaben über den Haufen. Jetzt m u s s t e n wir eigentlich öffnen und kommen. Aber Dresden ließ das zunächst nicht zu, wollte nachlegen, wollte das 2-0. Die erste Chance hatten wir dann nach 12 Minuten durch einen Fernschuß von Pfingsten-Reddig, der Kirsten im Dresdener Tor erstmals am Spiel teilnehmen ließ. Augenblicke später die Chance für Dresden auf 2-0 zu erhöhen. Nach einer scharfen Esswein-Flanke, verpasste der anfliegende Röttger nur haarscharf den Ball. Dresden schien die Sache recht gut im Griff zu haben, als es plötzlich einen Eckball für uns von rechts gab, den Caillas nach innen brachte. Die Zuordnung in der Dresdner Verteidigung ließ sehr zu wünschen übrig und so stand Malura plötzlich frei und köpfte unbedrängt in der 21. Minute zum Ausgleich ein. Ein überraschendes aber schönes und sehr wichtiges Tor, das den FC Rot-Weiss wieder ins Spiel zurückbrachte. Und die Jungs legten nach. 3 Minuten später eroberte Weidlich den Ball am rechten Flügel unweit der Eckfahne, bediente Drexler, der sah Stenzel und der aufgerückte Linksverteidiger, in ungewohnten Jagdgefilden unterwegs, erzielte in der 24. Minute aus der Drehung heraus sein erstes Saisontor und damit die Führung für RWE in diesem Spiel. Wahnsinn, wie die Mannschaft das Ding innerhalb weniger Minuten gegen eine allerdings auch konfuse Dynamo-Hintermannschaft drehte. Jungwirth hatte den Ball von Stenzel auch nach unglücklich für die Gastgeber abgefälscht. Nach einer Phase des Sammelns meldete sich Dresden nach einigen Minuten wieder, allerdings zögerlich und "angezählt" zurück. Eindrucksvoll war der Kopfball von Jungnickel nach einem Freistoß, den Orlishausen mit einer glänzenden Parade in der 36 Minute auf der Linie parierte.

Zur Halbzeit eine verdiente 2-1 Führung, weil Rot-Weiß den leichtfüssigeren, abgeklärteren Eindruck machte. Dresden mit starkem Beginn, aber von der Kaltschnäuzigkeit der Thüringer, als Reaktion auf den frühen Rückstand, geschockt.

Stefan Emmerling schickte nach der Pause die selbe Mannschaft wieder zurück auf das Feld und Dresden biss sich weiter die Zähne an uns aus. Kaum nennenswerte Kombinationen bei den Sachsen und Torchancen gab es bis zu einem Freistoß von Fiel, den "Orle" im Nachfassen in der 70 Minute sicher hatte, schon gar nicht. Wir standen gut gestaffelt in allen Mannschaftsteilen, ließen nun die Dresdener kommen, die jedoch nur planlos anrannten und antworteten immer wieder mit sehenswerten Kontern. Im Publikum wuchs der Unmut auf die Hausherren. Feierstimmung dagegen beim Rot-Weißen Anhang. Über 1000 Zuschauer waren über die A 4 aus Thüringen angereist und trauten ihren Augen nicht. . Noch nie konnte Dresden vor ausverkauftem Haus daheim gewinnen.Und dabei blieb es auch heute. In der 77. Minute einer dieser tollen Konter mit Ausgangspunkt Weidlich. Sein Zuspiel veredelte Derbygott Drexler mit einem abgefälschten Heber zur Entscheidung. Kurz darauf verließ der Torschütze den Platz und Hauswald spielte für ihn in den letzten Minuten. Die RWE-Fans skandierten "Auswärtssieg" und der war kurz darauf amtlich.

Rot-Weiß bot eine überragende Leistung, war mannschaftlich geschlossen und individuell auf jeder Position an diesem Abend besser besetzt. Man präsentierte sich fast so, wie gestern abend Schalke bei Inter Mailand.: Cool und abgezockt ! In dieser Verfassung können die Jungs es schaffen Dritter zu werden.

Am Samstag geht die Jagd weiter. Dann kommt Aufsteiger Saarbrücken. Ein volles Steigerwaldstadion wäre dabei wünschenswert.
Stimmen zum Spiel:

Stefan Emmerling sagte: " Die Mannschaft hat ein tolles Spiel abgeliefert. Wir wollen bis zum Schluss oben dabei sein".
M.Mauksch meinte : " Wir hatten nach dem Führungstor der Erfurter keinen Zugriff mehr auf die Rot - Weißen. Schade ist es um Fiel, der einen Riss in der Aduktorenmuskulatur davon getragen hat.



Statistik

Tore: 1:0 Schuppan (4.), 1:1 Malura (21.), 1:2 Stenzel (24.), 1:3 Drexler (77.)

SG Dynamo Dresden: Kirsten - Jungnickel, Jungwirth, Hübener, Schuppan - Fiel (74. Pfeffer), Solga - Koch, Röttger (55. Strifler) - Schahin, Esswein

FC Rot-Weiß Erfurt: Orlishausen - Malura, Möckel, Hillebrand, Stenzel - Zedi - Weidlich, Pfingsten-R., Caillas (90.Ströhl) - Reichwein (90.Lüttmann), Drexler (85. Hauswald)

Zuschauer: 28.365

Schiedsrichter: Tobias Christ

W.M.

Quelle: www.rot-weiss-erfurt.de



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