26.RWE-Heidenheim

FC Rot-Weiß Erfurt - 1. FC Heidenheim 1:2

Erfurt wollte in der Partie gegen den FCH den Abstand auf die Abstiegsregion vergrößern, musste jedoch früh einen Rückschlag hinnehmen. In der Folge war RWE das aktivere Team, ohne dabei wirklich gefährlich zu sein. Dennoch gelang vor dem Wechsel der Ausgleich. Im zweiten Durchgang zeigten die Heidenheimer die Effektivität einer Spitzenmannschaft und entführten verdientermaßen drei Punkte aus Erfurt. Somit stehen sie zwischenzeitlich auf einem direkten Aufstiegsplatz.

Erfurts Trainer Rainer Hörgl wechselte nach der 0:1-Derbyniederlage bei Dynamo Dresden auf einer Position. Hauswald fiel verletzungsbedingt aus. Becker ersetzte ihn. Auf der gegnerischen Seite nahm Heidenheims Coach Frank Schmidt im Vergleich zum 0:0-Heimremis gegen Erzgebirge Aue zwei Veränderungen vor. Klarer fehlte aufgrund einer Gelbsperre. Beisel musste auf der Bank Platz nehmen. Göhlert und Gül standen somit in der Startformation.

Der Gast aus Heidenheim fand richtig gut in die Partie. Zwar verpasste Weil die Führung mit einem Schuss aus der zweiten Reihe noch denkbar knapp, so machte es Spann wenige Sekunden später besser. Nach einem Fehler in der Defensive ließ der Heidenheimer RWE-Schlussmann Orlishausen mit einem Flachschuss keine Abwehrchance (5.). Der FCH wollte sofort nachlegen und setzte Erfurt massiv unter Druck, der zweite Treffer wollte vorerst aber nicht gelingen. In der Offensive zeigte sich der Gastgeber erstmals gefährlich in der achten Spielminute. Nach Doppelpass mit Becker traf Kammlott nur das Außennetz. Jetzt wurden die Erfurter stärker und übernahmen die Spielkontrolle, jedoch fehlte die nötige Durchschlagskraft. Der Gast blieb bei Kontern oft gefährlich.

Nach einer knappen halben Stunde verlor die Begegnung deutlich an Tempo und Niveau. RWE fiel gegen gut gestaffelte Gäste nichts Konstruktives ein. Die Schmidt-Elf lauerte weiterhin auf ihre Konterchancen, jedoch unterliefen ihr nun zu viele Abspielfehler. Außerdem unterbanden zahlreiche kleine Fouls jeglichen Spielfluss. Im Mittelpunkt stand in dieser Phase der Unparteiische Tim Sönder, der Erfurts Coach Rainer Hörgl wegen Reklamierens auf die Tribüne verbannte. Es dauerte nicht lange und Erfurt zeigte eine Trotzreaktion. Hillebrand flankte unbedrängt von links und Rockenbach da Silva vollstreckte im Strafraum per Flugkopfball zum Ausgleich (37.). Nun hatten die Thüringer Oberwasser und verpassten durch Möckels Kopfball die Führung (43.). Fast mit dem Halbzeitpfiff vergab auf der anderen Seite Torschütze Spann aus kurzer Distanz (45.).

Die Hausherren kamen etwas besser in die zweiten 45 Minuten und hatten mehr Spielanteile. Sie drängten die Baden-Württemberger in deren Hälfte und ließen sie nicht mehr zur Entfaltung kommen. Gefährlich wurde es im Erfurter Strafraum meist nur noch nach Standardsituationen. So verpasste Göhlert knapp mit dem Kopf (58.). Aber plötzlich waren sie hellwach und gingen in Führung. Gül ließ Möckel und Pohl ganz alt aussehen und bediente Schnatterer, der Keeper Orlishausen ausspielte und zum 2:1 einschob (62.).

Der FCH zog sich anschließend wieder etwas zurück und überließ der Hörgl-Elf die Spielgestaltung, womit der Gastgeber große Probleme hatte. Zu keiner Zeit fand sie richtig ins Spiel zurück. Im Gegenteil: In der Schlussphase hatten die Gäste die besseren Gelegenheiten. So verpasste Spann (83.) und Mayer kurz vor dem Abpfiff die Vorentscheidung (85.). Heidenheim gewann am Ende verdient mit 2:1 und steht vorerst auf dem zweiten Tabellenplatz.



Trainerstimmen

Rainer Hörgl (FC Rot-Weiß Erfurt): Unter dem Strich war es eine schwache Leistung meiner Mannschaft. Wir waren von der ersten Minute an nicht aggressiv, das Zweikampfverhalten war schlecht. Der Rückstand kam folgerichtig. Danach haben wir versucht, uns ins Spiel zu beißen. Wir waren dann froh, noch mit dem 1:1 in die Kabine zu gehen. Nach dem Wechsel bekamen wir nichts auf die Reihe, das war symptomatisch für unser Spiel heute. Wir stehen heute zu recht mit leeren Händen da. Wir müssen jetzt eher nach unten schauen und die Schlagzahl erhöhen.

Frank Schmidt (Heidenheim): Ich war gespannt, wie sich meine Mannschaft hier bei den starken Erfurtern präsentiert. Das haben wir gut gemacht und die drei Punkte verdient geholt. Wir haben das Spiel dominiert. Der Ausgleich fiel wie aus dem Nichts. Ich bin stolz, wie sich mein Team nach dem Wechsel präsentiert hat. Dass wir den Sack nicht früher zugemacht haben, ist der einzige Vorwurf, den ich der Mannschaft machen kann.



Statistik

FC Rot-Weiß Erfurt: Orlishausen, Malura, Pohl, Möckel, Hillebrand, Bölstler, Rockenbach, Cinaz (70. Stenzel), S. Becker (80. Pagenburg), Semmer, Kammlott (76. Lüttmann)

FC Heidenheim: Sabanov, Meier, Krebs, Göhlert, Feistle, Weil (78. Beisel), Gül (86. Heidenfelder), Bagceci, Schnatterer, Spann (88. D. Jarosch), Mayer

Tore: 0:1 Spann (5.), 1:1 Rockenbach da Silva (38.), 1:2 Schnatterer (62.)

Karten: Möckel (10), Hillebrand (3), Cinaz (10), S. Becker (3) - Feistle (3), Meier (5), Göhlert (5/4), Krebs (3)

Zuschauer: 4.778

Schiedsrichter: Sönder (Lübeck)

Quelle: www.kicker.de



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