21.J***-RWE

FC Carl-Heinz J*** - FC Rot-Weiß Erfurt 1:0

Spielbericht | Statistik | Trainerstimmen

Bei trübem und nasskaltem Wetter und vor vollem Haus hat der FC Carl Zeiss Jena das seit Wochen mit Spannung erwartete Thüringenderby gegen den FC Rot-Weiß mit 1-0 gewonnen. Das Siegtor erzielte Sekunden vor Schluß Sebastian Hähnge. Die Partie bot die erwartete Dramatik. Sieben gelbe und eine rote Karte belegen, dass es hoch und vor allem heiß herging. Gut daher, dass mit Florian Meyer ein FIFA erprobter Schiedsrichter das Spiel leitete. Er machte seine Sache im Hexenkessel des Ernst-Abbe-Sportfeldes ganz ausgezeichnet. Viel Prominenz aus Wirtschaft und Politik war anwesend und sah letztlich einen verdienten Sieg der Gastgeber.

Stefan Emmerling beorderte diesmal Bernd Rauw in der Anfangsaufstellung auf die Linksverteidigerposition, ließ also Thomas Ströhl zunächst auf der Bank. Rechts verteidigte dafür Danso Weidlich. Ansonsten alles wie gehabt, mit zwei Spitzen: Marcel Reichwein und Smail Morabit.

Das Spiel bot in der Anfangsviertelstunde ein ausgeglichenes Feldverhältnis, allerdings ohne Torchancen. Rot-Weiß wirkte zunächst abgeklärter und von der Spielanlage her reifer. Leider kam es im Erfurter Fanblock schon nach wenigen Minuten zu Rauchentwicklung, so dass der Schiedsrichter die Begegnung kurzzeitig unterbrechen musste. Offenbar animiert durch dieses unsägliche Verhalten einiger unverbesserlicher Erfurter Anhänger, drehte der Gastgeber danach auf und erarbeitete sich binnen weniger Minuten eine Reihe hochklassiger Chancen. Zunächst parierte Andreas Sponsel einen Landeka-Freistoß aus ca. 22 Metern in der 15. Minute. Nur wenige Augenblicke später legte Jan Simak für Nils Pichinot auf und Andy Sponsel musste erneut all sein Können aufbieten, um den Ball über die Latte zu lenken. Beim nachfolgenden Eckball flog wieder Pichinot unbedrängt heran und wieder stand Sponsel goldrichtig. Der Sekundenzeiger der Uhr war noch kaum dreimal um das Zifferblatt gelaufen, da flankte Jenas Rene Eckardt von Rechtsaußen, Oumari und Bertram waren sich nicht einig und Hähnge prüfte erneut Sponsel. Und wieder nur zwei Minuten danach stand unser Keeper abermals im Brennpunkt, als Josep Landeka auf den an der Strafraumgrenze in halblinker Position lauernden Sebastian Hähnge weiterleitete und Sponsel erneut Kopf und Kragen riskierte. Jena in dieser Phase die klar bessere Mannschaft. Sie spielten mit mehr Leidenschaft , hatten die höhere Laufbereitschaft drückten und waren in den Zweikämpfen deutlich besser. Die meisten Angriffe führten die Jenaer im ersten Durchgang über ihre rechte Seite aus, wobei sich der Sohn unseres "Docs", Martin Ullmann, heute rechter Verteidiger bei unseren Gastgebern, mit einigen sehr guten Offensivaktionen besonders hervortat. In der 38. Minute die erste und einzige Torchance für den FC Rot-Weiß in der 1. Halbzeit. Nach einer Ecke für RWE bediente Tom Bertram per Kopf den ebenfalls aufgerückten Joan Oumari, der den Ball direkt aus der Luft nahm und ihn am Winkel des Jenaer Tores vorbeidrosch.

Das 0-0 zur Pause eine glückliche Angelegenheit für die Erfurter, denn die agilere Mannschaft war Jena, das sich nahezu ein halbes Dutzend Chancen erarbeitet, aber auch nicht genutzt hatte.



Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Die besser motivierte Mannschaft aus dem "Paradies" drückte und drängte auf den Führungstreffer. RWE nun fast nur noch in der Abwehr gebunden. Bei Balleroberung bot sich im Spiel nach vorne keine Anspielstation, weil die Hausherren praktisch überall zu sein schienen. Nach knapp einer Stunde dann die nächsten "Hochkaräter" für Carl-Zeiss. Einmal war es Martin Ullmann (58.Minute) dem sich aus 12 Metern Torentfernung eine 100%ige Tormöglichkeit bot. Aber sein Schuß wurde von dem bereits geschlagenen Sponsel von Weidlich geklärt. Dann, nur 2 Minuten darauf, patzte Bertram und Pichinot hämmerte den Ball gottlob überhastet über den Kasten. Nach 68 Minuten kam auf RWE-Seite Ströhl für Morabit. Und ab der 71. Minute mussten wir mit 10 Mann weiterspielen, denn Dominick Drexler, der Derbyheld der Vorsaison, wurde wegen eines Ellenbogenschlages gegen Martin Ullmann mit ROT des Feldes verwiesen. Jenas Trainer Sander reagierte umgehend und brachte mit Jovanovic für Landeka einen weiteren Stürmer. Und der Druck wurde immer stärker. in der 76. Minute setzte Pichinot zu einem Hechtkopfball aus 5 Metern an, traf aber erneut nicht. Es war schon seine dritte 100%ige Einschussgelegenheit.

Manchmal ist es in solchen Spielen so, dass derjenige, der seine Überlegenheit nicht in Tore ummünzt, am Ende verliert. Um ein Haar hätte diese alte Fußballweisheit wieder gegriffen. Denn in der 84. Minute löste sich Manno geschickt von seinem Gegenspieler Ullmann, legte von der Grundlinie zurück auf Reichwein, aber der traf aus 7 Metern leider nicht. Berbig, der Zeiss-Torwart hatte aufgepasst.

In der 90. Minute dann das Tor des Tages auf der anderen Seite. Dabei spielte die Erfurter Abwehr eine maßgebliche und keineswegs glückliche Rolle. Als Hähnge etwa 25 Meter vor dem RWE-Kasten in halbrechter Position den Ball führte, wurde er unsinnigerweise von gleich vier (!!) Erfurter Abwehrspielern bedrängt. Dadurch war rechts der eingewechselte Jovanovic völlig frei, den Hähnge trotz Bedrängnis anspielen konnte. Hähnge lief gleich durch und bekam den Ball von Jovanovic wieder zurück in den Lauf und schoß das Siegtor für die Jenaer. Cool und gekonnt in die linke untere Ecke.

Der Sieg geht absolut in Ordnung, weil die Gastgeber allerhöchste Einsatzbereitschaft zeigten. Eine Tugend, die bei vielen Rot-Weiß Spielern heute fehlte. Alles was vorher von Emmerling gefordert worden war, wie Leidenschaft und Sicherheit in der Abwehr, klappte nicht.

Jena gibt die "Rote Laterne" aus der Hand und sieht wieder etwas Land, gewinnt zum ersten Mal ein Heimspiel gegen Erfurt zu gemeinsamen Drittligazeiten. Rot-Weiß Erfurt fällt um einen Platz zurück auf Rang 10. Der Abstand nach vorne auf Rang drei ist, trotz dieser ersten Auswärtsniederlage nach vielen Wochen aber bei drei Zählern geblieben.


W.M.

www.rot-weiss-erfurt.de





20.RWE-Babelsberg