20.Rostock-RWE

FC Hansa Rostock - FC Rot-Weiß Erfurt 3:0

Rot-Weiß Erfurt hat das erste Punktspiel im neuen Jahr klar verloren. Vor 14.100 Zuschauern in der DKB-Arena von Rostock waren wir beim 0-3 deutlich unterlegen. Wie schon im Herbst bei unserem Gastspiel in Braunschweig zeigte sich auch hier, dass wir den Aufstiegskandidaten qualitativ deutlich nachstehen.
Das Spiel begann praktisch genauso wie seinerzeit bei der EIntracht. Schon nach zwei Minuten traf Hansa-Goalgetter Björn Ziegenbein mit einem Flachschuss aus halbrechter Position von der Strafraumkante aus. Olivier Caillas und Tom Bertram kamen einen Schritt zu spät, um das 11.Saisontor von Ziegenbein zu verhindern. Vorausgegangen war ein Ballverlust von Nils Pfingsten-Reddig, dreißig Meter vor dem eigenen Tor.
In der 18. Minute erhöhte eine wirbelnde Rostocker Mannschaft schon auf 2-0. Torschütze diesmal: Mohamed Lartey mit einem "Hammer" in den rechten oberen Torwinkel. Orlishausen war zwar noch mit den Fingerspitzen am Ball, konnte aber den 5. Saisontreffer des Hansa-Mittelfeldstars nicht verhindern. Die Gastgeber waren in der ersten halben Stunde in allen Belangen überlegen und spielten ihre spielerische Klasse ein ums andere Mal aus, spielten uns in einigen Szenen fast schwindelig.
Die erste Chance für den RWE besass Julian Lüttmann, der nach einer Caillas-Ecke Hansa Keeper Jörg Hahnel mit einem Kopfball aus nur 4 Metern Entfernung prüfte. Aber Hahnel hielt glänzend und reflexartig und hatte auch bei Julian Lüttmanns sofortigem Nachschuss das Glück auf seiner Seite. In der 32. Minute wollte der andere Rostocker Torjäger, Marcel Schied, seinen 7. Saisontreffer. Aber nach einem tollen Zuspiel von Jänicke vergab er völlig freistehend.

Zur Pause analysierte RWE-Cotrainer Fuchs: "Wir lassen dem Gegner zu viel Spielraum, stehen zu weit von Rostockern weg". Man sah ihm, der selbst jahrelang das Rostocker Trikot getragen hatte, die Enttäuschung an.

Aber auch die vermutlich ähnlich klingenden Worte von Cheftrainer Stefan Emmerling in der Kabine halfen nichts. Denn es waren erst wenige Sekunden in der 2. Halbzeit gespielt, da erhöhte der FC Hansa schon auf 3-0. Diesmal war Marcel Schied konzentrierter als noch vor der Pause und nach Zuspiel von Pannewitz der Torschütze. Rostock ließ die Zügel nun etwas lockerer, ohne die Kontrolle abzugeben. So kam RWE zu einigen wenigen Torchancen. Zunächst tänzelte Olivier Caillas zwei Gegner in deren Strafraum aus, scheiterte aber ebenso an Torwart Hahnel, wie Rudi Zedi und Julian Lüttmann, die in den Nachschüssen erfolglos blieben. Lüttmann, der ebenso wie Marcel Reichwein einen schweren Stand gegen die Hansa-Abwehr hatte, wurde dann gegen Drexler ausgetauscht und R.-Tylor kam für den leicht angeschlagenen Hauswald, der heute auf der für ihn ungewohnten linken Verteidigerposition spielen musste. Später brachte Emmerling auch noch Baumgarten für Caillas. Kurz vor Schluss vergab der Rostocker Vujanovic die glasklare Chance zum 4-0, freistehend nach einem Pass von Ziegenbein, weil Orlishausen sich ihm entgegenwarf.

Fazit: Wir waren gegen diese Spitzenmannschaft chancenlos und das nicht nur, weil uns einige Stammkräfte fehlten. Technisch und taktisch machte der Gastgeber den reiferen Eindruck, präsentierte sich kombinationssicher und als harmonische spielerische und kämpferisch überlegene Einheit. So sind sie klarer Aufstiegskandidat. Für uns ist der Weg hin zu Platz 4 noch ein schwerer Gang. Wir werden uns klar steigern müssen um dieses Ziel zu erreichen, auch wenn wir nicht jede Woche auf Kaliber wie den FC Hansa treffen. Schon in der kommenden Woche aber kommt ein anderer Zweitligaabsteiger zu uns, ein Gegner, dessen Atem wir seit heute bereits im Nacken spüren. TUS Koblenz gewann nämlich in Ahlen und liegt nunmehr nur noch einen Zähler hinter uns.



Trainerstimmen

Peter Vollmann (Rostock): "Wir haben aggressiv angefangen und haben versucht den Gegner früh zu stören. Das hat sich auch ausgezahlt und wir haben unsere Torschancen genutzt. Das 3:0 kurz nach der Halbzeit war das entscheidende Tor, was uns endgültige Sicherheit gegeben hat. Nach dem dritten Tor haben wir das Ergebnis verwaltet und den Gegner nicht mehr so attackiert. Wir sind trotzdem froh, dass wir das Spiel gewonnen haben."

Stefan Emmerling (FC Rot-Weiß Erfurt): "Wir wussten im Vorfeld, wenn wir nach Rostock fahren muss alles passen, um zu punkten. Wir haben Hansa bei den ersten beiden Gegentoren eingeladen und danach war es schwer, hier noch was zu holen. Zur Halbzeit habe ich versucht, meine Mannschaft noch mal aufzuwecken aber nach dem 3:0 war alles gegessen. Wir haben zu ängstlich agiert und Hansa war die bessere Mannschaft. Auf diesem Niveau wird jeder kleine Fehler sofort bestraft."



Statistik

Tore: 1:0 Ziegenbein (2.), 2:0 Lartey (18.), 3:0 Schied (46.)

Hansa Rostock: Hahnel - Schyrba, Wiemann, Großöhmichen, Pelzer - R. Müller - Ziegenbein, Lartey, Jänicke (77.Blum), Pannewitz (84.Trybull) - Schied (74.Vujanovic)

FC Rot-Weiß Erfurt: Orlishausen - Malura, Bertram, Möckel, Hauswald (57.Tyler) - Weidlich, Zedi, Pfingsten-Reddig, Caillas (66.Baumgarten)- Reichwein, Lüttmann (57.Drexler)

Zuschauer: 14.100

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Nürnberg)



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