20.Dresden-RWE

SG Dynamo Dresden - FC Rot-Weiß Erfurt 1:1

Als Schiedsrichter Kircher in Dresden pünktlich das Ostderby abpfiff und Erfurts Verantwortliche von der Seitenlinie aus den Platz zum Shake-Hands mit den Spielern betraten, fiel eine Umarmung herzlicher aus, als der übliche Klaps auf den Po bei anderen Rot-Weißen. Stephan Beutel nahm Fabian Stenzel so richtig in den Arm und sprach sekundenlang mit ihm. "Ich habe ihm gesagt, dass er ein guter Junge ist", fasste Erfurts Manager nach TLZ-Frage das Gespräch grinsend in kurze Worte.

Stenzel hatte in der 81. Minute mit einem Sonntagsschuss aus zwölf Metern die drohende Niederlage bei Dynamo Dresden abgewendet. Schon im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II hatte der 1,74 Meter kleine Mann beim 1:0-Sieg das goldene Tor geschossen - mithin mit seinen beiden Saisontoren der Mannschaft drei Punkte gesichert. So war es am Sonnabend zu verschmerzen, dass Erfurts Torjäger Albert Bunjaku (bislang neun Saisontore) und Massimo Cannizzaro (8) diesmal leer ausgingen. Beide hatten gegen kompromisslose Gegenspieler einen schweren Stand. Das sah auch Cottbus-Manager Steffen Heidrich, der auf der Tribüne saß und wohl Bunjaku beobachtet hatte. Einen Wechsel des Erfurters ("Ich werde auch in der Rückrunde das RWE-Dress tragen.") an die Lausitz aber wird es im Winter wohl definitiv nicht geben.

Schon vom Anstoß an nahmen beide Teams ein hohes Tempo auf, wobei die Art, wie die zuletzt verunsicherten Gastgeber erst kämpferisch und später sogar spielerisch auftrumpften, die Thüringer arg beeindruckte. "Wir haben uns da den Schneid abkaufen lassen", gab Karsten Baumann zu. Von Normalform waren seine Mannen in dieser Phase weit entfernt. Erst recht, nachdem Dresdens Thomas Bröker nach Zuspiel von Halil Savran mit Flachschuss in die linke untere Ecke die frühe Führung gelang (11.). Danach musste Erfurts Anhang mit über 1200 angereisten Fans mehrfach bangen. Zum Glück stand die Abwehr gut, konnte sich wie beim frei zum Schuss kommenden Pavel Dobry auch beim toll haltenden Dirk Orlishausen bedanken (27.).

Erst nach der Pausenansprache von Karsten Baumann taute Rot-Weiß auf, hatte seine stärkste Phase nach gut einer Stunde - und dort auch die bis dato beste Chance, als Massimo Cannizzaro nach Zuspiel von Thorsten Judt den Ball frei vor dem Tor über den Kasten jagte (66.). Besser machte es der Unglückrabe genau eine Viertelstunde später, als er Stenzel bediente, dieser noch Dresdens Sebastian Pelzer austanzte und aus zwölf Metern erfolgreich war.

Umkämpft blieb das Derby auch danach. So rettete Orlishausen in großem Stil noch gegen Dobry (85.) den "verdienten Punkt", wie Karsten Baumann fand.

Bericht: Thomas Czekalla
Quelle: www.tlz.de



Trainerstimmen

Ruud Kaiser (Dresden): "Schade, dass das Spiel neun Minuten zu lang war. Denn in der ersten Hälfte war ich zufrieden, wir haben taktisch diszipliniert gespielt, uns Chancen erarbeitet, aber daraus zu wenig gemacht. Danach haben wir dem hohen Tempo Tribut zollen und den Ausgleich hinnehmen müssen. Wir sollten die guten Eindrücke aus diesem Spiel mit in die Winterpause nehmen, darauf aufbauen und dann zum Neustart endlich unser Glück erzwingen."

Karsten Baumann (FC Rot-Weiß Erfurt): "Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. Dynamo hatten wir von Anfang an nicht so stark erwartet. Die haben uns regelrecht den Schneid abgekauft. In der zweiten Halbzeit hat sich meine Mannschaft selbstbewusst gezeigt und sich Torchancen erarbeitet. Deshalb ist der Ausgleich nicht ganz unverdient."



Statistik

Dresden: Keller, Pelzer, Palionis, Cozza (39. Nikol), Truckenbrod, Röttger (65. Pfeffer), Wagefeld, Savran, Dobry, Bröker, Jungnickel

FC Rot-Weiß Erfurt:
Orlishausen, Möckel, Pinske, Pohl, Schnetzler, Cinaz, Rockenbach da Silva, Wolf (43. Judt), Hauswald (73. Stenzel), Bunjaku, Cannizzaro (86. Peßolat)

Tore: 1:0 Bröker (10.), 1:1 Stenzel (81.)

Karten: Palionis, Keller, Pfeffer, Pelzer - Cinaz, Judt

Zuschauer: 11.357

Schiedsrichter: Knut Kircher



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