18.Kiel-RWE

SV Holstein Kiel - FC Rot-Weiß Erfurt 0:2

Der RWE ist, nach dem 0:3-Dämpfer gegen den Nachwuchs des Hamburger SV in der vergangenen Woche, wieder zurück in der Erfolgsspur. Die Dotchev-Elf setzte auf ein neues System und fuhr somit, nicht ganz unverdient, mit einem 2:0-Auswärtssieg im Gepäck wieder nach Hause. Mit den gewonnenen drei Punkten führt man nun wieder die Auswärtstabelle der Liga an und ist in fremden Stadien so erfolgreich, wie lange nicht mehr.

Da der Großteil der Mannschaft in der vergangenen Woche eine ziemlich dürftige Leistung ablieferte, stellte der RWE-Trainer das System auf ein 4-5-1 um und ließ Björn Brunnemann als einzigen Stürmer auflaufen. Die gegen den HSV II noch aufgelaufenen Stürmer Hebestreit und Cornelius fanden sich indes auf der Bank wieder. Seinen Platz in der Startformation konnte Schnetzler wieder einnehmen. Er saß seine Gelb-Sperre ab. Für den angeschlagenen Mittelfeld-Akteur Stoppelkamp, gab Rico Kühne nach seiner Verletzung sein Come-back von Beginn an.

In der Anfangsphase boten beide Mannschaften keinen besonders attraktiven Fußball. Zu viele Bälle wurden bereits nach wenigen Anspielstationen verloren oder man half dem Gegner mit Fehlpässen dabei. Nachdem sich die Unkonzentriertheit gelegt hatte, kam Holstein Kiel zu den ersten hochkarätigen Chancen. Jeweils war es Dobry, der für Aufregung im Erfurter Strafraum sorgte. Spätestens nach einem Patzer von Ratajczak, bei dem er im Nachlaufen nicht den Ball vor Kazior hatte und der somit zum flanken kam. Dobry war davon sichtlich so überrascht, dass er mit seinem Kopfball (36.) nicht das leere Tor des RWE traf. Zuvor hielt der rot-weiße Keeper seinen Kasten sauber und war stets auf dem Posten. Erfurt hatte zwar auch seine Chancen, doch konnte man damit noch zu wenig den Gegner unter Druck setzen. Während eines Konters schickte Brückner mit einem tollen Pass Brunnemann in Richtung Tor. Doch der Kieler Petersen konnte den flinken „Ersatzstürmer“ nur mit einem Foul stoppen. Schiedsrichter Metzen zeigte folgerichtig auf den Punkt und gab Elfmeter. Görke trat an und verwandelte sicher ins linke Eck (38.), zu seinem zweiten Saisontreffer, zur 1:0-Führung. Holsteins Trainer Böger meinte nach der Partie, dass „wenn wir Chancen genutzt hätten, dann wäre das Spiel anders ausgegangen“. Kiel versuchte es zu sehr mit der Brechstange, doch Rot-Weiß stand sicher in der Abwehr.

Nach dem Wechsel schien es fast so, als hätten sich die „Störche“ schon aufgegeben. Die Kieler tauchten in der zweiten Hälfte nur noch wenig vor Ratajczak's Tor auf. „In der zweiten Halbzeit ist uns nichts mehr Konstruktives gelungen“, sah es auch KSV-Coach Böger ähnlich. Nun war wieder der RWE am Drücker. Brunnemann (53.) hatte die Möglichkeit zum 2:0, als sein Ball knapp aus 20m am Kasten von Henzler vorbeizischte. Ebenso hätte Schnetzler (56.) die Partie vorzeitig entscheiden können, wenn nicht sogar müssen, als er ein zu kurz geratenes Rückspiel von Petersen auf Henzler abfing, aber nicht mehr genug Kraft hinter den Ball bringen konnte. Kurz vor Schluss dann noch eine unschöne Szene von einigen Kieler Fans. Während Torhüter Ratajczak nach einem Angriff im 5-m-Raum behandelt wurde, folgen Gegenstände aufs Feld.Einer davon, ein Feuerzeug, traf dabei Innenverteidiger Holst, der dann zu Boden fiel. Er konnte aber anschließend weitermachen. Wenige Minuten vor Abpfiff nutzte Erfurt aber noch eine Möglichkeit effizient und machte mit dem 2:0 alles klar. Ratajczak leitete dabei den Angriff mit einem weiten Abschlag ein, der von Stoppelkamp per Kopf auf Brückner verlängert wurde und der zog eiskalt zum 2:0-Endstand (87.) ab. Pavel Dotchev war nach dem Spiel sichtlich erleichtert und meinte: „Ich bin sehr froh, dass wir das Spiel heute gewonnen haben. Wir waren sehr diszipliniert und läuferisch gut. Aus dem Spiel heraus, haben wir kaum was zugelassen“. Natürlich blieb auch Dotchev der Blick auf die Tabelle nicht verwehrt, doch er gab zu, dass er „selten auf die Tabelle schaue, weil sie so lang ist“. Dennoch fügte er hinzu: „In den nächsten Tagen wissen wir, wo wir stehen“, „momentan ist alles offen und wir wollen uns verbessern“.



Andy Möbius
Quelle: www.rot-weiss-erfurt.de



Trainerstimmen

Böger (Kiel): "In der ersten Halbzeit müssen wir die Chancen gleich zu Beginn reinmachen, dann läuft das Spiel vielleicht anders. Unser Dilemma ist: Wir haben Chancen, machen das Tor aber nicht. In der zweiten Halbzeit haben wir dann nicht konstruktiv genug gespielt. Bei uns war die pure Verunsicherung zu sehen. Wir hatten unsere Nerven nicht im Griff."

Dotchev (FC Rot-Weiß Erfurt): "Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Meine Mannschaft hat sehr diszipliniert gespielt. Optisch war Kiel einen Tick besser. Aber wir hatten die besseren Torchancen. So war der Sieg nicht unverdient. Von Torwart Ratajczak bis Angreifer Brunnemann haben heute alle Mannschaftsteile eine tolle Laufbereitschaft gezeigt und für die Mannschaft gearbeitet."



Statistik

Holstein Kiel: Henzler - Spasskov (79. Wulf), Petersen, Boy, Jürgensen - Paulus, Hummel (46. Schnoor), Niedrig, Heithölter (59. Neubert) - Kazior, Dobry

FC Rot-Weiß Erfurt: Ratajczak - Nowak, Holst, Bertram, Heller - Schnetzler, Kühne (81. Stoppelkamp), Görke, Peßolat, Brückner (90. Cornelius) - Brunnemann (87. Hebestreit)

Schiedsrichter: Metzen (Erfstadt)

Tore: 0:1 Görke (38. / Foulelfmeter) ; 0:2 Brückner (87.)

Gelbe Karten: Petersen, Schnoor - Heller, Nowak, Schnetzler

Zuschauer: 3.236



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