17.RWE-HSV

FC Rot-Weiß Erfurt - Hamburger SV II 0:3

Nun ist es nach zehn ungeschlagenen Spielen passiert. Das Nachwuchsteam des Hamburger SV schlug klar und verdient den FC Rot-Weiß Erfurt mit 3:0. Die Rot-Weißen sorgten im 18. Spiel der laufenden Regionalliga-Saison kaum für Gefahr vor Gegners Tor und ließen zu viele Fehler in der Abwehr zu, zu denen sie vom HSV gedrängt wurden. RWE-Trainer Dotchev fasste es nach dem Spiel sehr gut zusammen, als er im Spiel seiner Mannschaft „einen hohen Aufwand, aber zu wenig Effektivität“ analysierte.

Durch den Ausfall von drei Leistungsträgern war Pavel Dotchev vor dem Spiel zu Veränderungen gezwungen. So musste der gesamte Sturm ersetzt werden, da sich Kumbela und Bunjaku eine Meniskusverletzung zugezogen hatten. Sie wurden durch Hebestreit und Cornelius ersetzt. Ebenso fiel Alexander Schnetzler aus, der wegen seiner 5. gelben Karte zusehen musste. Seine Position übernahm Silvio Pätz.
In den ersten 15 Minuten des Spiels neutralisierten sich beide Mannschaften im Mittelfeld. Die Hamburger hielten sich noch auf dem fremden Platz zurück und den Rot-Weißen fiel kein Mittel ein, um sich in der gegnerischen Hälfte festzusetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es ein schlechtes Samstagsspiel auf beiden Seiten. Als der HSV-Nachwuchs die Harmlosigkeit der Gastgeber bemerkte, trauten diese sich mehr zu und kamen einige Male bedrohlich nahe vor Ratajczak's Tor. Bei Kontersituationen (Hennings/22.) waren die Gäste stets gefährlich. Die bis dahin beste Möglichkeit durch Cannizzaro (25.) konnte Ratajczak mit einer Glanzparade entschärfen. Der Druck des Hamburger SV ließ aber nicht nach. Nach zwei Ecken in Folge passierte es dann. Reichel's Schuss aus 16m landete noch am Gebälk, doch Cannizzaro's Abstauber (33.) aus 4m sorgte für die Führung der HSV-Bubis. Cannizzaro stand bei seinem Treffer völlig frei, da sich gleich 5 Spieler auf Reichel konzentrierten. Nach dem Tor wachte der RWE endlich auf. Die letzten Minuten vor der Pause betrieb man zwar einen sehr hohen Aufwand, aber effektive Szenen sprangen dabei nicht raus.

Beide Mannschaften kamen ohne Veränderungen wieder aus der Kabine. Erfurt agierte zwar kampfbereiter, aber weiterhin ideenlos und kam nur mit Standards oder Einzelaktion vor das HSV-Tor. Nicht nur die Fans, sondern auch Dotchev war nach dem Spiel sichtlich „enttäuscht und nicht zufrieden, wie wir gespielt haben“. Hamburg zwang die Thüringer weiter zu Fehlern. Ein Weiterer wurde knallhart bestraft und zwar mit einem Konter über den 0:1-Torschützen Cannizzaro. Der Schuss des Italieners ging noch an den Pfosten, aber auch hier war der Nachschuss von Hennings (61.) dann im Kasten. Wie Pavel Dotchev zugab „war das 0:2 der entscheidende Knackpunkt“ und „danach war das Spiel schon entschieden“. Cannizzaro (75.) hatte auch die nächste Chance für den Hamburger SV. Erneut lies sich RWE auskontern, doch den Schuss aus 11m hatte Ratajczak sicher. Kurz darauf zum zweiten Mal ein gefährlicher Konter, bei dem wieder der Italiener des HSV beteiligt war. Cannizzaro passte clever auf den besser positionierten Hennings (76.), der sein zweites Tor zum 3:0 für die Gäste machte - RWE-Keeper Ratajczak blieb dabei ohne große Chance. Die Hamburger hätten fünf Minuten vor Schluss durch den Kapitän Schmidt (85.) sogar noch auf 0:4 erhöhen können. Dessen Schuss ging aber neben das Erfurter Tor.

Der FC Rot-Weiß verlor somit 0:3 und das auch verdient. In der Höhe hätte das Ergebnis nicht so klar aussehen müssen, aber Rot-Weiß ließ sich zu einer Menge von Fehlern zwingen. HSV-Trainer Bäron war nach dem Spiel anderer Meinung, denn er meinte, dass es „in der Höhe ein verdientes Ergebnis war“ und sprach seiner Mannschaft ein „Kompliment für die Professionalität“ in diesem Spiel aus.




Andy Möbius
Quelle: www.rot-weiss-erfurt.de



Trainerstimmen

Pavel Dotchev (FC Rot-Weiß Erfurt): "Die Enttäuschung ist riesengroß. Wir haben uns das hier heute ganz anders vorgestellt. Eigentlich wollten wir den HSV zu Fehlern zwingen. Doch es kam umgedreht. Der Knackpunkt war das 0:2. Wir haben mit hohem Aufwand gespielt. Aber es war alles zu uneffektiv. Wir haben gegen kompakte Hamburger kein Mittel gefunden. Ich hoffe, es war heute nur ein Ausrutscher."

K. Bäron (HSV II): "Ein Kompliment an meine Mannschaft, die leidenschaftlich gespielt hat. Die Jungs haben taktisch klug gespielt und die Marschroute eingehalten. Nach dem 3:0 war das Spiel entschieden. Der Sieg war auch in dieser Höhe verdient."



Statistik

Rot-Weiß Erfurt: Ratajczak - Pätz (64.Beck), Holst, Bertram, Heller - Brunnemann, Stoppelkamp, Peßolat (64.Görke), Brückner - Hebestreit, Cornelius

HSV II: Hesl - Lauser, Gouhari (78.Altundag), V. Schmidt, Grove - Sievers, Math. Franz, Ben-Hatira (79.Asma), Reichel - Cannizzaro, Hennings (84.Dressler)

Tore: 0:1 Cannizzaro (33.), 0:2 Hennings (61.), 0:3 Hennings (76.)

Zuschauer: 4.617

Schiedsrichter: Schalk (Augsburg)

Gelbe Karten: Bertram, Cornelius / Ben-Hatira, Schmidt, Gouhari, Grove, Reichel



16.St.Pauli-RWE
18.Kiel-RWE