12.Union-RWE

1. FC Union Berlin - FC Rot-Weiß Erfurt 2:4

Mit dem fünften Sieg in Folge stürzte der FC Rot-Weiß auch Tabellenführer Union Berlin und setzt sich in der Spitzengruppe der Liga fest.

BERLIN. Während seine Spieler noch lange nach Schlusspfiff ausgelassen den 4:2-Auswärtserfolg bei Union Berlin mit den mehr als 1000 mitgereisten Fans feierten, trat Pavel Dotchev auf die Euphoriebremse: "Fünf Siege hinterein-ander sind natürlich kein Zufall, wir dürfen jetzt aber nicht abheben. Die Saison ist noch lang."

Dabei hatte er gerade die wohl stärkste erste halbe Stunde seiner Mannschaft gesehen, bei der der wiedergenesene Brunnemann ebenso wie Holst nach seiner Rotsperre und Ratajczak für den verletzten Stammtorwart Orlishausen in die Startelf gerückt waren.

Das Selbstvertrauen durch die Erfolge der letzten Wochen war zu spüren. Hinzu kam, dass die Erfurter auch das nötige Glück auf ihrer Seite hatten. Nachdem der Unioner Schulz Bunjaku eindeutig vor der Strafraumgrenze zu Fall gebracht hatte, entschied Schiedsrichter Schößling auf Elfmeter, den der Gefoulte selbst ins rechte untere Eck zur Führung verwandelte (15.).

Als Kumbela die wacklige Innenverteidigung der Gastgeber (Stuff/Schulz) zum wiederholten Male alt aussehen ließ ("Das war das schlechteste Saisonspiel meiner Abwehr", so Union-Trainer Christian Schreier nach der Partie) und im Fallen zum 2:0 traf (29.), war der Traumstart perfekt. Und als der überragende Brunnemann keine fünf Minuten später mit einem sensationellen Fernschuss aus rund 35 Metern Glinker im Union-Tor überwinden konnte, schien die Partie bereits gelaufen.

Doch weit gefehlt. Bereits im Gegenzug konnte Spork mit einem harmlosen Schuss aus spit-zem Winkel verkürzen, Rataj-czak ließ den Ball dabei durch die Hände und Beine rutschen. "Ganz klar mein Fehler", gab er später zu. Noch vor der Pause konnte der Orlishausen-Vertreter seinen Lapsus wettmachen, als er beste Chancen des auffälligen Benyamina (37./40.) sowie Mattuschkas (43.) zunichte machte. Zudem stand ihm die Querlatte hilfreich zur Seite.

"Wir haben stark angefangen, uns nach dem ersten Gegentor jedoch zu sehr beeinflussen lassen. Wir hätten zu diesem Zeitpunkt das Spiel besser in den Griff bekommen müssen", kritisierte Dotchev. Auch in Halbzeit zwei entwickelten die Berliner, immer wieder frenetisch angefeuert vom Publikum, Dauerdruck auf das Erfurter Tor und schnürten die Rot-Weißen regelrecht in deren Hälfte ein. Zunächst scheiterte Benyamina frei vor dem immer stärker werdenden Ratajczak (56.). Bei Wunderlichs Treffer von der Strafraumgrenze (61.) zum 2:3 war der Rot-Weiß-Kepper allerdings machtlos. Anschließend versuchten es die Berliner mit der Brechstange, forderten in mehreren unübersichtlichen Situationen einen Elfmeter, welcher von Schößling verweigert wurde.

So nutzte Schnetzler kurz vor Ende die erste Erfurter Chance im zweiten Durchgang zur Entscheidung. Vorausgegangen war ein Klasse-Konter über den eingewechselten Schnuphase und Brückner, der seinen Kapitän mustergültig bediente.

20 Punkte stehen nach zwölf Spieltagen nun auf der Habenseite des FC Rot-Weiß. Damit liegt man nur drei Punkte von einem Aufstiegsplatz entfernt. In den kommenden Spielen erwartet die Dotchev-Elf mit den auf Abstiegsplätzen stehenden Mannschaften aus Wilhelmshaven sowie Leverkusen vermeintlich leichte Gegner. Schnetzler fordert aus den beiden Spielen "mindestens vier Punkte". Sollte das gelingen, wird es selbst für Dotchev immer schwerer, auf die Euphoriebremse zu treten.

29.10.2006 Von Michael JAENICKE

Quelle: www.thueringer-allgemeine.de



Trainerstimmen

Schreier (Union Berlin): "In der Anfangsphase war es ein ausgeglichenes Spiel. Mit dem Elfmeter haben wir den Faden verloren. Nach dem 0:3 habe ich gedacht: Oh je, wir bekommen eine Klatsche. Doch durch ein glückliches Tor sind wir ins Spiel zurückgekommen und haben gut gespielt. Nach dem 2:3 war die Hoffnung groß, wurde aber enttäuscht. Dennoch will ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben gut gekämpft. Aber meine Innenverteidigung hat das schlechteste Saisonspiel gemacht."

Pavel Dotchev (FC Rot-Weiß Erfurt): "Wir haben ein Spitzenspiel in der Regionalliga gesehen. Von beiden Seiten war toller Fußball zu sehen. Wir haben stark angefangen und guten Fußball gespielt. Nach dem 1:3 haben wir uns beeinflussen lassen. Wir hätten das Spiel besser in den Griff kriegen müssen. Stattdessen haben wir uns anstecken lassen. Wir mussten Geduld haben, so wurden wir belohnt. Nun dürfen wir den Kontakt zum Boden nicht verlieren."



Statistik

1. FC Union Berlin: Glinker - Göhlert, Stuff, Schulz, Biermann (83. Bergner) - Bönig - Wunderlich, Mattuschka (77. Rogoli), Streit (90. Kaiser) - Benyamina, Spork

FC Rot-Weiß Erfurt:
Ratajczak - Schnetzler, Bertram, Holst, Heller - Peßolat - Brunnemann (80. Pätz), Stoppelkamp (72. Schnuphase), Brückner - Kumbela (83. Hebestreit), Bunjaku

Tore:
0:1 Bunjaku (15./Foulefmeter), 0:2 Kumbela (29.), 0:3 Brunnemann (33.), 1:3 Spork (34.), 2:3 Wunderlich (61.), 2:4 Schnetzler (87.)

Zuschauer: 8.237

Schiedsrichter: Christian Schößling (Leipzig)
SR-Assistenten:
Bartsch (Marnitz), Rosenkranz (Plauen)

Gelb: Wunderlich, Spork - Kumbela



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