11.RWE-Cottbus

FC Rot-Weiß Erfurt - FC Energie Cottbus II 0:1

Mit der 0:1-Heimniederlage gegen den Tabellenletzten FC Energie Cottbus II, kassierte die Elf von Pavel Dotchev die zweite Saisonniederlage und blieb das erste Mal in dieser Saison ohne eigenen Treffer. Auch wenn das Schiedsrichtergespann zum Ende der ersten und zweiten Halbzeit mit Pfiffen verabschiedet wurde und einige Zuschauer in ihnen den Sündenbock gefunden hatten, so galt es Leistung der eigenen Mannschaft unter die Lupe zu nehmen. Wie auch Trainer Pavel Dotchev nach Spielende feststellte: “War die Mannschaft selber Schuld an dieser Niederlage und niemand anderes.”

Mit dieser Bemerkung sprach Dotchev unter anderem die mangelnde Chancenverwertung an, die bei diesem Spiel mehr als mangelhaft war. So hatte zum Beispiel Rockenbach (11., 18.) in wenigen Minuten gleich mehrere Möglichkeiten, um die Erfurter in Führung zu bringen. Im weiteren Spielverlauf wurden die Cottbuser immer mutigen und begannen sich mehr und mehr in Szene zu setzen. Zwar ließ die RWE-Abwehr kaum größere Möglichkeiten zu, aber wie ein Tabellenletzter trat die Elf von Ex-Jenaer Heiko Weber nicht auf. Rot-Weiß bemühte sich bis zum Pausentee redlich um das 1:0 zu erzielen, jedoch ohne Erfolg. Viele Aktionen fanden keinen Abnehmer oder wirkten zu planlos. Mit einem unerwarteten Unentschieden ging es dann in die Kabinen.

Viele der anwesenden 4712 Zuschauer(darunter ganze 11 Cottbus-Fans) erhofften sich nun im zweiten Durchgang eine Explosion im Erfurter Offensivspiel und dachten das in der Umkleide der Hausherren die richtigen Worte gefallen wären. Doch die Torungefährlichste Mannschaft der Regionalliga Nord musste wenig stören, da Rot-Weiß durch viele Fehlpässe und Ballverluste in den eigenen Reihe zu wenig Druck entfachte. Eine Szene, in der Kapitän Holst unbedrängt den Ball ins Seitenaus schoss, war Sinnbild für ein Großteil der 90 Minuten. Bunjaku (51.) hatte in der zweiten Hälfte dann endlich die erste dicke Chance, als er den Ball knapp am Tor vorbei schob, nachdem er von Schnetzler bedient wurde. Im Gegenzug landete bei einem Angriff der Gäste der Ball im Tor von Maczkowiak. Doch Schiri Joerend pfiff den Angriff ab, da Marrack (56.) den kleinen Schnetzler foulte.Nur wenige Augenblicke später machte es dann Zemlin (61.) mit einem direkten Freistoß besser. Der Cottbuser ließ dabei aus gut 18m Entfernung RWE-Keeper Maczkowiak keine Chance, da er die Kugel genau an der Mauer vorbei zirkelte und zum 1:0 für die Gäste traf. Nun begannen auch die Zuschauer unruhig zu werden, die eine Woche zuvor noch Zauberfussball und einen 5:1-Sieg gegen den Tabellenführer Wuppertal zu sehen bekamen.

Als der offensiv ausgerichtete Wolf dann eingewechselt wurde, kam etwas mehr fahrt ins Spiel und er entwickelte mehr Zug zum Tor des FCE. Der Ex-Düsseldorfer versuchte es mit einem Solo bis zum Strafraum auch mal selber, aber sein Schuss ging knapp am Pfosten vorbei. Erst in der Schlussphase erhöhten die Thüringer dann den Druck und kamen vermehrt vor das Tor von Männel. In der Nachspielzeit gab es viel Hektik. Zum einen erzielten die Erfurter den Ausgleich und das ganze Stadion jubelte. Doch der Linienassistent entschied in der Situation auf Abseits. Nur Sekunden später gab es einen Platzverweis für Schuppan (90.+), der die gelb-rote Karte wegen eines Fouls sah. Kurios nur, dass der Cottbuser zuvor keine Verwarnung in Form einer Gelben erhalten hatte. Kurz darauf griff Schiedsrichter Joerend erneut zur Ampelkarte. Diesmal erhielt der Torschütze zum goldenen Tor für Gäste - Zemlin (90.+) - die Gelb-Rote.

Nach dem Abpfiff konnten die Erfurter selber kaum glauben, wie sehr man an diesem Nachmittag enttäuscht und so gegen das Schlusslicht verloren hatte. Wie Dotchev kurz nach dem Spiel resümierte, spielte man einfach nicht druckvoll genug und zeigte nicht den letzten Biss.



Trainerstimmnen

Pavel Dotchev (FC Rot-Weiß Erfurt): "Wer hier kein Tor schießt, der kann auch nicht gewinnen. Heute haben wir einfach nicht druckvoll genug gespielt. Da hat der letzte Biss gefehlt. Man hat heute auch gemerkt, dass die englische Woche geschlaucht hat. In der zweiten Halbzeit haben wir zu wenig investiert. Cottbus war da zeitweise einen Tick besser. Danach hatten wir genug Chancen auf den Ausgleich."

Heiko Zeiss-Schwein Weber (Cottbus): "Nach acht sieglosen Spielen, kann keiner von uns erwarten, dass wir rauskommen und dribbeln. Meine Mannschaft hat den Kampf angenommen. Die zwei Ampelkarten sind mir egal. Die erste konnte ich noch verstehen. Bei Zemlin gab es vorher gar keine gelbe. Am Ende waren wir etwas in Abwehrnot."



Statistik

FC Rot-Weiß Erfurt: Maczkowiak - Schnetzler, Holst, Nowak, Heller (78. Beck) - Hauswald (59. Neumann), Cinaz, Rockenbach da Silva, Brückner - Jabiri (59. Wolf), Bunjaku

Energie Cottbus II: Männel - Hochscheidt, Wachsmuth, Benkert, Feick - Thielemann, Bandrowski (90.Kanik), Krieger (49.Marrack), Käthner (72.Riedeberger) - Zemlin, Schuppan

Tor:
0:1 Zemlin (62.)

Karten:
Gelb: Heller, Cinaz, Schnetzler - Marrack
Gelb-Rot: Zemlin (90.) wegen Meckerns
Rot: Schuppan (90.) wegen Unsportlichkeit

Zuschauer: 4.712

Schiedsrichter: Joerend (Lübbecke)


Bericht: Andy Möbius, rwe-community.de



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