08.Dortmund-RWE

Borussia Dortmund II - FC Rot-Weiß Erfurt 0:1

Vier Monate nach dem 5:1 von Wattenscheid, mit dem der FC Rot-Weiß in der vergangenen Saison den Klassenerhalt praktisch perfekt machte, landeten die Erfurter gestern wieder einen Auswärtssieg. Und das 1:0 bei Borussia Dortmund II soll eine ähnliche Bedeutung haben - als Wende zum Positiven.

DORTMUND. Als Borussias Innenverteidiger Hünemeier nach 81 Minuten mit seinem Kopfball das Tor knapp verfehlte, waren die letzten Zweifel beseitigt. Und die mitgereisten 200 Rot-Weiß-Anhänger veranstalteten eine Polonaise durch ihren Fanblock. Wenig später ertönte der Schlusspfiff, und der Jubel der Spieler drückte die riesige Erleichterung aus.Mit dem verdienten 1:0 beendeten die Erfurter ihre seit sechs Partien währende Sieglosigkeit und verkürzten den Rückstand zu den Nichtabstiegsplätzen auf zwei Punkte. Vor allem für Trainer Pavel Dotchev war der Erfolg wichtig. Eine Niederlage gegen die mit sieben Akteuren aus dem Profikader verstärkten Dortmunder hätte ihm wohl seinen Job gekostet. Auch wenn Vorstands-Chef Rolf Rombach nach dem Spiel betonte: "Der Trainer war innerhalb des Vereins nicht umstritten." Es hätte auch kein Ultimatum seinerseits gegeben. "Ich habe immer darauf geachtet, wie die Mannschaft auftritt", sagte der Anwalt, der Dotchev sogar indirekt das Vertrauen bis zur Winterpause aussprach.Im Stadion "Rote Erde", das direkt neben dem Westfalenstadion liegt, avancierte ein Mann zum Matchwinner, der eigentlich gar nicht für die Anfangself vorgesehen war. Erst durch den verletzungsbedingten Ausfall von Pätz rückte Kumbela ins Team und rechtfertigte das Vertrauen mit dem entscheidenden Treffer. Nach einer Eingabe des auffälligen Brückner überraschte der kleine Kongolese die Dortmunder und köpfte über Keeper Pirson hinweg ins Netz. Kumbela belohnte damit eine starke Anfangsphase der Rot-Weißen, die - so Rombach - "sichtlich für ihren Trainer gespielt haben". Allerdings verpassten sie es, "vorzeitig den Sack zuzubinden".Ähnlich äußerte sich Dotchev, der "unsere gute Leistung gegen Wuppertal" (0:0) bestätigt sah, sich jedoch das Zittern bis zum Ende gern erspart hätte. Wieder ging sein Team mit den sich bie-tenden Räumen zu leichtfertig um. So verpasste Kumbela zwei Mal die Vorentscheidung. Erst hielt Pirson seinen Schuss (17.), dann wartete der quirlige Stürmer nach einem Konter zu lange mit dem Querpass auf den freistehenden Bunjaku (30.).Trotzdem durfte sich Kumbela später feiern lassen. "Das war sicher eines meiner wichtigsten Tore", sagte er. "Jetzt können wir mit etwas mehr Ruhe weiterarbeiten." Am Samstag soll gegen Lübeck der Sieg mit einem weiteren Dreier vergoldet werden.Hoffnung bereitet die Souveränität, mit der die Erfurter den knappen Vorsprung über die Zeit brachten. Zwar beherrschten die spielstarken Gastgeber das Mittelfeld. Großchancen ließ Rot-Weiß allerdings nur wenige zu. So musste Orlishausen nur bei Eggerts Flachschuss eingreifen (23.). Und Senesie verfehlte das Gehäuse zwei Mal (24./47.)."Unser Sieg geht in Ordnung", befand Dotchev, während sein Kollege Theo Schneider arg enttäuscht von der Vorstellung seiner Mannschaft war. "Ricken hat zwar alles versucht, doch auch er konnte nicht überzeugen", sagte Dortmunds Trainer. Was auch ein Indiz für die ordentliche Leistung Peßolats im defensiven Mittelfeld sein dürfte. Letztlich passte es ins Gesamtbild, dass mit Sahin ein Bundesliga-Profi in der Schlussphase noch die Gelb-Rote Karte sah. Vorausgegangen war ein Foul an Heller. In numerischer Überzahl ließen die Rot-Weißen nichts mehr anbrennen. Und Dotchev stellte zufrieden fest: "Man hat gesehen, dass unser Team funktioniert. Es gehört nicht auf einen Abstiegsplatz."
Von Torsten WEBER

Quelle: www.thueringer-allgemeine.de



Trainerstimmen

Theo Schneider (Dortmund): "Das war ein herber Rückschlag für uns heute. Wir haben den Schweinehund nicht überwunden und waren besonders in der ersten Halbzeit nicht auf dem Platz. Das frühe Gegentor war natürlich nicht gut für uns. In der zweiten Hälfte hatte ich kurz Hoffnung, doch am Ende hätten wir uns auch nicht beschweren können, wenn wir höher verloren hätten."

Pavel Dotchev (FC Rot-Weiß Erfurt): "Ich bin sehr zufrieden. Die gute Leistung vom Spiel gegen Wuppertal haben wir heute bestätigt. Meine Mannschaft hat engagiert gespielt. Einziges Manko: Wir hätten nach dem frühen Tor nachlegen müssen, denn so mussten wir bis zum Ende zittern. Jetzt hoffe ich, dass wir daran nächste Woche anknüpfen können und dies fortsetzen."



Statistik

Bor. Dortmund II: Pirson - Amedick, M. Heitmeier (38. Hillenbrand), Hünemeier, Kohlmann - Sahin, Tyrala (61. Amachaibou), Eggert (69. Akgün), Ricken - Senesie, Saka

FC Rot-Weiß Erfurt:
Orlishausen - Schnetzler,Bertram, Holst,Heller - Brunnemann, Peßolat, Stoppelkamp (91.Nowak), Brückner - Kumbela (74.Cornelius), Bunjaku (78.Hebestreit)

Tore: 0:1 Kumbela (4.)

Zuschauer: 1.110

Schiedsrichter: Bornhöft (Bad Segeberg)



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