30.RWE-Münster

FC Rot-Weiß Erfurt - Preußen Münster 1:1

„Meine Mannschaft ist nicht clever genug, um solche Spiele zu gewinnen“, brachte es Erfurts Coach Pavel Dochev nach dem Abpfiff auf den Punkt. Er meinte damit den bitteren Ausgleich durch Münsters Ansgar Brinkmann Sekunden vor dem Abpfiff. Vorne zu ineffektiv und hinten zu anfällig – irgendwie gleichen sich die rot-weißen Bilder in diesen Tagen.
Wie im Vorfeld versprochen, legten die Erfurter gut los. Brunnemann bediente David über links, doch der schoss das Leder aus Nahdistanz in die Erfurter Altstadt (9.). Nur wenig später war es wieder David, der aus gut 25 Metern das Tor verfehlte, im Gegenzug musste RWE-Schlussmann Orlishausen gegen Nistroj retten (13.). Die Erfurter wirkten nun teilweise arg unglücklich, behielten aber trotzdem das Heft in der Hand, während sich die Gäste weit zurückzogen. Die hatten übrigens zuletzt eine kleine Serie gestartet und sich im Abstiegkampf Luft verschafft – auch dank einiger Auswärtspunkte. Diesmal sollten sie, wie es nach 24 Minuten kurzzeitig aussah, mit leeren Händen nach Hause fahren. Bertram hob den Ball über den herausstürzenden Torhüter Gößling und Kumbela versenkte den Ball im Tor, der ohne diese Berührung vermutlich nicht in selbiges gerollt wäre – doch Schiedsrichter Pflaum entschied mit seinem Team auf Abseits. Das Spiel wurde nun zusehends schlechter. Wie zuletzt wirkten die Rot-Weißen unsicher, nachdem einige Aktionen nicht zum gewünschten Erfolg führten. Die Westdeutschen aber vermochten es nicht, dies auszunutzen. Einzig Brunnemann konnte noch für Gefahr sorgen, doch der Ball streifte nur die Querlatte (44.).

Nach der Pause wurde das Spiel wieder besser, was auch die gut 4250 Zuschauer besänftigte. Allerdings zog sich Onwuzuruike den Unmut einiger Fans zu, als er vor dem Tor wiederholte Male zu eigensinnig agierte (47., 71.). Auch Brunnemann (52.), Kühne (56.) und Hebestreit (63.) hatten ausreichend Chancen für ein Schützenfest – trotzdem blieb es vorerst beim torlosen Remis. Einer alten Fußballweisheit folgend mussten die Hausherren sogar noch froh sein, dieses gehalten zu haben – Orlishausen musste sich in höchster Not SCP-Routinier Brinkmann entgegen werfen (62.). Als nach langer Verletzungspause dann aber endlich Alexander Schnetzler sein Comeback feiern konnte, wirkten die Aktionen aus dem Mittelfeld heraus wesentlich durchdachter. Auch Schnetzlers Standards waren wesentlich gefährlicher. So beispielsweise, als Hebestreit, ebenfalls nach einer Verletzung wieder zurück, seinen Freistoß per Kopf erreichte und Torwart Gößling keine Chance ließ (80.). Diese 1:0 sorgte zunächst für Erleichterung, hatte aber logischerweise auch einen regelrechten Sturmlauf der Gäste zur Folge. Die Erfurter kämpften tapfer – ihre Führung wurde aber egalisiert. Ein Missverständnis zwischen Hebestreit und Müller im eigenen Strafraum nutzte Brinkmann eiskalt aus und erzielte das glückliche 1:1 für die Preußen (90.). Auf genau diese Situation bezog sich dann auch Pavel Dochev in seinem Statement. Trotzdem: hätten die Erfurter ihre Chancen konsequenter genutzt, wäre gegen Münster nichts angebrannt.

So stehen nun zwei Spiele an, die unbedingt gewonnen werden müssen, um die Klasse zu halten. Besonders schwer dürfte dies auswärts in Chemnitz werden, haben die Rot-Weißen doch in dieser Saison noch kein Spiel auf fremden Plätzen gewinnen können. Zunächst aber müssen sich Dochevs Mannen auf das Nachholspiel am kommenden Dienstag gegen Werder Bremen II konzentrieren. Anpfiff im Steigerwaldstadion ist dann um 19.00 Uhr.



Von Fabian Zacharias.


Quelle: www.rot-weiss-erfurt.de



Trainerstimmen

Pavel Dotschev (FC Rot-Weiß Erfurt): "Meine Mannschaft hätte heute einen Sieg verdient gehabt. Wir haben versucht zu kombinieren und viel über Außen probiert. Die mangelnde Chancenverwertung verfolgt uns nun schon lange. Wir hatten aber deutlich größere Spielanteile. Mein Team ist nicht clever genug solche Spiele zu gewinnen."

Moors (Münster): "Auswärts ist ein Punkt o.K. Das war wichtig für meine Elf. Kämpferisch und läuferisch war es gut. Andere Spieler hätten die Chance, die Brinkmann nutzte, zehn Meter über das Tor gejagt. Er hat ihn eben rein gemacht, das war gut für die Moral meiner Mannschaft."



Statistik

FC Rot-Weiß Erfurt: Orlishausen – Pätz, Bertram, Holst, Kühne - Brunnemann (85. Müller), Hanke, Kumbela, Onwuzuruike (71. Schnetzler) – David, Hebestreit

Preußen Münster: Gößling – Probst (84. Schupp), Beer, Schyrba, Gockel - Heineke (87. Noutsos), Niestroj, Tammen, Bäumer - Brinkmann, Fiore (81. Milde)

Tore: 1:0 Hebestreit (80.), 1:1 Brinkmann (89.)

Zuschauer: 4.245

Schiedsrichter: Pflaum

Gelbe Karten: Brunnemann, Hebestreit - Schyrba



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31.Chemnitz-RWE