25.Aue-RWE

FC Erzgebirge Aue - FC Rot-Weiß Erfurt 3:2

Der FC Rot-Weiß bleibt ein gern gesehener Gast in Aue. Die sieglose Serie seit 1957 hält an, nicht einmal zu einem Unentschieden reichte es. Nach der fünften Rückrunden-Niederlage ist die Abstiegsgefahr für Erfurt wieder enorm groß.

Natürlich war auch in Aue tiefster Winter, zwei Stunden vor Anpfiff setzte im Erzgebirge zudem ein heftiges Schneetreiben ein, das manche Zufahrtsstraße zum Stadion zuwehte. Dennoch waren die Ränge zum Beginn fast vollkommen gefüllt. Unter den 14 500 Zuschauern weilten auch rund 1600 stimmkräftige Anhänger aus Thüringen. Die Mannschaft hatte vormittags noch in Auerbach trainiert und war am späten Nachmittag aus dem am Donnerstag bezogenen Hotel in Schönheide angereist.




 

Auf dem Rasen, der sich dank der Heizung in sattem Grün zeigte, lief eine gegenüber dem Sieg in Ahlen auf fünf (!) Positionen veränderte Startelf auf. Bürger, Richter, Traub, Hebestreit und van Buskirk erhielten das Vertrauen von Trainer Kocian, der dafür Zedi, Klingmann, Kresin und überraschend auch Tiganj auf die Bank setzte. Fall fehlte krankheitsbedingt.

Sämtliche Vorgaben der Mannschaft, die diesmal der neue Kapitän Barletta aufs Feld führte, waren bereits nach drei Minuten überholt. Eine 25-m-Kerze von Rehm wehrte Twardzik in Nähe des Fünf-Meter-Raum mit schwacher Faustparade genau auf den Fuß von Heidrich ab, der mit einem überlegten Heber das 1:0 erzielte. Es sollte die einzige zwingende Chance für die Auer in der ersten Halbzeit sein. Sie wirkten zwar optisch überlegen, aber fußballerisch keinesfalls. Rot-Weiß verdaute den frühen Rückstand relativ schnell, stand in der Abwehr sicher und versuchte auch nach vorn aktiv zu sein. Doch zu wenig wurde der Wind im Rücken genutzt, zu selten über die Außen kombiniert. Trotz hoher Fehlpassquote reichte es zu zwei klaren Chancen Kellers Kopfball landete in den Armen von Bobel (10.), jener von David klatschte an die Latte (30.).




 

Die zweite Hälfte begann für Erfurt wie die erste - mit einem Schock. Und erneut patzte Twardzik. Den Freistoß Trehkopfs lenkte der Tscheche, der nach der Amtsübernahme von Kocian für den inzwischen nicht mehr im Verein angestellten Reitmaier (TA berichte) wieder ins Tor gerückt war, ins eigene Netz. Doch noch war der Glaube nicht verloren, dass dem Wunder von Ahlen eines in Aue folgen würde. Der Glaube währte aber zunächst nur wenige Minuten, dann lag der Ball auch nach dem dritten Schuss aufs Erfurter Gehäuse hinter der Linie. Tchipev hatte unhaltbar abgezogen.




 

Doch, dass die Moral stimmt, zeigten die wütenden Rot-Weißen mit ihrer Reaktion. Nur kurz nach dem 0:3 verwandelte Keller eine Kopfballvorlage von Richter. Der Treffer legte neue Kräfte frei, der Druck auf die nun wankenden Auer wurde nochmals erhöht. Und als Dworrak nach einem Pass von Hebestreit mit gekonntem Lupfer der Anschluss glückte, war auch die Hoffnung wieder da, zumindest einen Punkt mit nach Thüringen zu nehmen. Erfurt drückte die letzten Minuten unaufhörlich, aber ab 20.48 Uhr sangen die violett geschmückten Zuschauer auf den Rängen: "Ja, der Holzmichel lebt noch". Die Auer Akteure feierten, die Erfurter liefen mit gesenkten Köpfen in die Kabine.




 

Trainerstimmen

Gerd Schädlich (Aue): "Wir haben in der 1. Halbzeit engagiert und ruhig gespielt. Außerdem haben wir im richtigen Moment die Tore gemacht. Nach dem 3:0 spielten wir dann unkonzentriert und brachten damit Erfurt zurück ins Spiel. Es war unnötig, dass wir am Ende noch zittern mussten."

Jan Kocian (FC Rot-Weiß Erfurt): "Wir hatten uns in Aue viel vorgenommen, kassierten aber dumme Gegentore, wobei ich nicht nur dem Torhüter die Schuld gebe. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie trotz des 0:3-Rückstands nie aufsteckte. Mit dieser kämpferischen Einstellung werden wir in den nächsten Spielen unsere Punkte holen."



Statistik

FC Erzgebirge Aue: Bobel - Kos, Emmerich, Trehkopf - Günther (89. Ehlers), Heidrich, Tschipew, Rehm - Curri (90. Demir), Juskowiak (74. Kunze), Helbig.

FC Rot-Weiß Erfurt: Twardzik - Richter , Keller , Traub, Bürger (88. Zedi) - David, Barletta, Kreuz, Dworrak - Hebestreit, van Buskirk (65. Tiganj)

Tore: 1:0 Heidrich (3.), 2:0 Trehkopf (47.), 3:0 Tschipew (64.), 3:1 Keller (67.), 3:2 Dworrak (78.)

Zuschauer: 14.200

Schiedsrichter: Drees (Mainz)



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