20.RWE-Pauli

FC Rot-Weiß Erfurt - FC St. Pauli 2:1

Dirk Orlishausens Hände waren am Samstagnachmittag im Spiel gegen den FC St. Pauli das Wichtigste auf dem Platz - fast. Gegen die seit sechs Spielen verlustpunktlosen Hansestädter konnte der FC Rot-Weiß alle drei Punkte am Steigerwald behalten und dank der überzeugenden Vorstellung sich und den Fans ein „Frohes Fest“ bescheren.




 

Orlishausen hält sicher Foto: Silvio Luis, www.betterpics.de

Von Beginn an drückten die Hausherren dem hohen Favoriten ihr Spiel auf und erwischten einen Blitzstart. Nach einem Eckball köpfte Hamburgs Verteidiger Gunesch Andreas Anicic den Ball vor die Füße, dessen Schuss von Hollerieth entschärft werden konnte. Doch Kapitän Hebestreit stand goldrichtig und staubte per Kopf aus zwei Metern zur frühen Führung ab (2.). Die Nordlichter, immerhin ein echtes Spitzenteam der Nordgruppe, wirkten nun verunsichert. RWE spielte weiter selbstbewusst nach vorn und musste sich lediglich vor den Standards der Gäste hüten. Die beiden Freistöße von Schultz konnte Orlishausen jedoch ohne größere Probleme abwehren (19.). Auf der Gegenseite konnte sich wenig später Björn Brunnemann durchsetzen und stürmte im Strafraum unbeirrt auf Hollerieths Tor zu. Der US-Boy Ian Joy verlor daraufhin die Nerven und trat den Ex-Cottbuser ziemlich ungestüm um – Schiedsrichter Perl aus München zeigte korrekterweise auf den Punkt. Pavel David verwandelte den fälligen Elfmeter sicher ins rechte, untere Eck (20.). Mit dem 2:0 im Rücken spielten die Rot-Weißen nun souverän ihr Spiel. So hätten unter anderem Anicic (26.), Hebestreit (28.) und Schnetzler (33.) auf 3:0 erhöhen können. Von den Norddeutschen war erst gegen Ende des ersten Durchgangs etwas zu sehen. Mazingu-Dinzey stellte nach einer Schultz-Flanke Orlishausen auf die Probe, der aber bestehen konnte (41.). Kurz darauf wurde Felix Luz von dem für Justus Six in die Elf gerückten Robert Stark im Sechzehner gelegt – und auch hier war der Strafstoß eine klare Angelegenheit. Nicht so dessen Ausführung: Mazingu-Dinzey scheiterte am glänzend aufgelegten Orlishausen (44.), der vor einem guten halben Jahr noch in der sechsten Liga für den FSV Sömmerda zwischen den Pfosten stand.

Nach dem Pausentee wurden die Kiez-Kicker dann stärker. Bruckner (46.), Schultz (55.) und Sulentic (60.) verpassten es aber, ihre Mini-Chancen zu nutzen – denn wirklich zwingende Torraumszenen kamen nicht heraus. Die Erfurter hingegen konterten nun clever. Hebestreit, David und Co. hatten zwar diverse Chancen, vergaben aber. Gegen Ende der Partie wurden die St. Paulianer zunehmend aggressiver. Gegen Luz (70.), Wojcik (77.) und Boll (83.) konnte Orlishausen allerdings großartig parieren; RWE kämpfte geschlossen und leidenschaftlich um den Erhalt der Führung. Über Entlastungsangriffe sorgten die Gastgeber für Gefahr: Anicics Schuss strich hauchdünn am Pfosten vorbei (79.) und auch Schnetzler und Hebestreit brachten die weit aufgerückte Hamburger Hintermannschaft ins Wanken. Einmal bezwangen die Gäste Orlishausen dann doch noch: Mazingu-Dinzey verwandelte einen Freistoß von rechts aus 22 Metern zum Anschlusstreffer (86.).In der hektischen Schlussphase bescherte die Hamburger Offensivabteilung Erfurts Deckung jetzt viel Arbeit; die Dochev-Elf verteidigte die Führung jedoch wacker – bis Günther Perl vom MSV München abpfiff.

„Es war ein verdienter Sieg. Meine Mannschaft hat heute gut gekämpft. Wir standen sicher und haben leidenschaftlich gespielt“, meinte Pavel Dochev nach dem Ende der Partie. Sein Gegenüber auf Hamburger Seite sprach ebenfalls von verdienten drei Zählern für die Erfurter und meinte Orlishausen hätte „so stark gehalten, dass das einen natürlich mürbe macht.“ Mit dem Sieg kam es nach dem enttäuschenden 1:1 beim Schlusslicht in Köln vor einer Woche doch noch zu einem versöhnlichen Jahresabschluss für Rot-Weiß, das mit nunmehr 24 Punkten auf dem elften Platz rangiert. Pavel Dochev hat nun ausreichend Zeit „an unseren Defiziten, gerade im Defensivbereich, zu arbeiten.“

Von Fabian Zacharias.

Quelle: http://www.rot-weiss-erfurt.de



Trainerstimmen

Pavel Dochev (FC Rot-Weiß Erfurt): "Ich bin froh, dass wir Gott sei Dank gewonnen haben. Es war ein verdienter Sieg. Meine Mannschaft hat heute gut gekämpft. Wir standen sicher und haben leidenschaftlich gespielt. Das einzige Manko war, dass wir nicht früher die endgültige Entscheidung herbeigeführt haben."

Bergmann (FC St. Pauli): "Ich bin enttäuscht über die Niederlage. Das tut weh. Wir hatten uns heute viel vorgenommen. In der ersten Halbzeit sehe ich zwei Schlüsselsituationen. Zum einen das frühe Gegentor, das meine Mannschaft geschockt hat und der verschossene Elfmeter kurz vor der Pause. Im zweiten Abschnitt haben wir noch einmal Moral gezeigt. In einigen Situationen fehlte uns heute aber das Glück. Der Anschlusstreffer zum 2:1 kam einfach zu spät. Erfurts Keeper hat so stark gehalten, das macht einen natürlich mürbe."



Statistik

FC Rot-Weiß Erfurt: Orlishausen - Nowak, Bertram, Holst, Stark - Brunnemann (90. Scherer), Pätz, Anicic (81. Kühne), Schnetzler - David (76. da Silva), Hebestreit

FC St. Pauli: Hollerieth - Schultz, Palikuca, Gunesch, Joy (59. Wojcik) - Boll, Arisi (59. Sulentic), Bruckner - Shubitidze (79. Tornieporth), Mazingu-Dinzey - Luz

Tore: 1:0 Hebestreit (3.), 2:0 David (20./FE), 2:1 Mazingu-Dinzey (87.)

Zuschauer: 4.824

besondere Vorkommnisse: Orlishausen hält FE von Dinzey (44.)

Gelbe Karten: David, Hebestreit, Holst - Schultz

Schiedsrichter: Perl



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