20.RWE-Essen

FC Rot-Weiß Erfurt - SC Rot-Weiß Essen 1:1

Zum fünften Mal in Folge konnte der FC Rot-Weiß gestern keinen Sieg feiern und verbleibt damit auf einem Abstiegsrang in der 2. Liga. Gegen Essen fehlten sechs Minuten bzw. Kaltblütigkeit in der Schlussminute an den drei Punkten.
Wenige Sekunden vor dem Abpfiff hätte es noch mit dem ersehnten und so dringend benötigten Erfolg klappen können - ja müssen. Hintereinander besaßen Henry Onzuwuruike, Senad Tiganj und George Koumantarakis die große Chance zum 2:1. Doch der Ball rollte nicht ins Tor der Essener, die sich wenig später glücklich in den Armen lagen.
Die Erfurter dagegen schüttelten den Kopf, wohl wissend, dass dieses Remis viel zu mager war.




 

Denn nachdem auf dem kompliziert bespielbaren Boden ("Da hätten einige der Zuschauer schon Probleme gehabt, unfallfrei drüber zu gehen"/Gäste-Trainer Gelsdorf) die erste Hälfte vor allem seitens der Gastgeber äußerst schwaches Niveau bot, legten sie nach dem Wechsel einen Blitzstart hin. Nach Ablage von Senad Tiganj hämmerte Markus Dworrak den Ball aus rund 22 Metern in den Winkel. Die Mainzer Leihgabe gehörte genauso zur Anfangsformation wie der hinter der Doppelspitze als Nummer zehn agierende Zoran Pavlovic. "Noch gab es verständliche Schwierigkeiten in der Abstimmung, doch die werden verschwinden", so der Linksfuß. "Schade, einen Sieg hätten wir dringend gebrauchen können und bestimmt auch verdient gehabt." Er dachte dabei sicher auch an den Pfostenschuss von Pavel David eine Viertelstunde vor dem Ende. Der äußerst bewegliche und ballsichere Senad Tiganj hatte ebenfalls Gelegenheiten, sich erstmals im Steigerwaldstadion in die Torjägerliste einzutragen.




 

Das gelang dafür Essens Angreifer Francis Kioyo. Er verwandelte eine Ecke von Erwin Koen per Kopf aus sechs Metern . Den Treffer nahm der ansonsten starke Andreas Richter auf seine Kappe: "Da muss ich einfach mit hoch und ihn entsprechend bedrängen." Doch nicht dem ehrlichen Verteidiger, sondern Torhüter Claus Reitmaier gaben mehrere Besucher die Schuld an dem Treffer. Er hatte sich in den letzten Wochen im internen Konkurrenzkampf gegen die jahrelange Nummer 1, René Twardzik, durchgesetzt. Auch begünstigt durch einige unglückliche Aktionen in der Rückrunde, gehören dem Routinier aber nicht die Sympathien. Gestern glänzte er auf der Linie mit erstklassigen Reflexen, bei Flanken wirkte der Ex-Gladbacher allerdings unentschlossen und unsicher. Das reichte schon, damit ein Teil des Publikums in ihm den Buhmann für das Unentschieden sah. Logisch, dass den 40-Jährigen die Haltung von den Rängen traf: "Ich bin nach Erfurt gekommen, um zu helfen. Und ich habe auch nie Theater gemacht, als ich auf der Bank gesessen habe." Die Anfeindungen könne er deshalb nicht nachvollziehen, so der Torwart gegenüber dem DSF.




 

Trainer René Müller drückte mit prägnanten Worten seinen Frust über die Stimmung im Stadion aus: "Das ist der Tiefpunkt meiner Karriere in Erfurt. Unterste Schublade, was hier abgelaufen ist", sagte der 45-Jährige angesichts der Bekundungen gegen Claus Reitmaier, die er als "Hexenjagd" bezeichnete. Man könne durchaus personelle Entscheidungen in Frage stellen, aber nicht auf diese Art, wie es "einige Wirrköpfe" getan haben.
Einmal in Rage haderte René Müller auch mit Schiedsrichter Georg Schalk aus Augsburg. "Zwei Mal haben wir jetzt gegen Essen gespielt, vier Mal gab es strittige Elfmeterszenen. Einen Strafstoß haben wir jedoch nie bekommen." Gestern hätte es in der Tat bei der Attacke gegen George Koumantarakis in der ersten Halbzeit einen Pfiff geben müssen.
Doch genauso wenig wie es sinnvoll ist, Claus Reitmaier an den Pranger zu stellen, dürfen nun Publikum und Schiedsrichter als Sündenböcke gelten. Denn fest steht, dass der FC Rot-Weiß in der gestrigen Partie erneut nicht überzeugte.




 

Statistik

Tore: 1:0 Dworrak (47.), 1:1 Kioyo (84.)

FC Rot-Weiß Erfurt: Reitmaier - Fall, Richter, Traub, Klingmann - David (77. Schnetzler),Zedi, Pavlovic (86. Hebestreit) - Dworrak (74. Onwuzuruike) - Tiganj, Koumantarakis

Rot-Weiß Essen: Renno - Ernst, Ristau, Haastrup, Larsen (54. Sidney) - Gaede (78. Teixeira), Goldbaek, Wedau (68. Koen), Schwarz - Bilgin, Kioyo

Zuschauer: 8.140

Schiedsrichter: Georg Schalk (Augsburg) / Assistenten - Maier, Kampka



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