14.Frankfurt-RWE

Eintracht Frankfurt - FC Rot-Weiß Erfurt 2:1

Zwischen der Eintracht und Rot-Weiß ging es erstmals um Punkte. Die bisherigen drei Duelle fanden nur im DFB-Pokalwettbewerb und in Erfurt statt. Und sie gewannen allesamt die Hessen - zuletzt beim 1:0 im August. Auch gestern Abend sah es schnell nach einer klaren Sache für den Favoriten aus. In dem schmucken, zu zwei Dritteln fertiggestellten WM-Stadion führten sie bereits nach 18 Minuten mit 2:0. Zunächst war Hoffmann nicht eng genug beschattet worden, so dass er einen Weissenberger-Freistoß mit dem Hinterkopf ins lange Eck bugsieren konnte (6.). Später bekam die Erfurter Abwehr den Ball trotz mehrerer Gelegenheiten nicht aus der Gefahrenzone, van Lent bedankte sich und bediente Chris, der sich freistehend aus fünf Metern per Kopf die Ecke aussuchen durfte (18.).




 

Die Rot-Weißen, bei denen Kresin und David für Schnetzler und Braham in die Startelf gerückt waren, wirkten geschockt. Es lief nicht viel zusammen. Allein Kreuz konnte links Ak-zente setzen und schien durch die Pfiffe des Frankfurter Publikums zusätzlich angestachelt.

Dann fing sich der Aufsteiger allmählich, doch echte Chancen sprangen noch nicht heraus. Stattdessen sorgte das rustikale Einsteigen von Chris für Aufregung. Erst foulte er Kresin, holte kurz darauf den enteilten Fall von den Beinen und sah folgerichtig die Gelb-Rote Karte (40.).




 

Eintracht-Trainer Funkel reagierte, verstärkte mit zwei neuen Akteuren die Defensive und setzte auf Konter. Einer davon hätte beinahe zum 3:0 geführt, doch Meiers Heber ging knapp vorbei (51.). Danach brachte Müller mit van Buskirk einen weiteren Stürmer. Seine Mannschaft verstand das Zeichen und verkürzte Sekunden nach der Einwechslung des US-Amerikaners. Einen Eckball verlängerte Glöden per Kopf und Barletta traf aus der Drehung zum 1:2 (54.). Der 27-Jährige, der bis zur A-Jugend bei der Eintracht gespielt hatte, beendete mit dem Treffer die 506 Minuten dauernde Erfurter Torlosigkeit in fremden Gefilden. Und er löste eine Druckphase aus, in der die Gäste klar das Geschehen bestimmten, aufopferungsvoll kämpften und mehrfach am Ausgleich schnupperten. So strich Klingmanns Freistoß haarscharf am Winkel vorbei (59.). Auch Kreuz verfehlte aus 20 m nur knapp (67.).




 

In der Endphase setzte Müller alles auf eine Karte, schickte mit Neitzel den dritten Angreifer aufs Feld und wäre für seinen Mut fast belohnt worden. Hebestreit rutschte nur um Zentimeter an Neitzels Eingabe vorbei (80.). Die letzten Minuten verbrachte Müller auf der Tribünenbaustelle. Er hatte sich über Kellers brutales Einsteigen gegen Traub erregt und war vom in dieser Szene inkonsequenten Brych von der Bank geschickt worden. "Pfeif´ doch gleich beim ersten Mal", hatte der Trainer dem Schiedsrichter zugerufen, weil dieser Sekunden zuvor ein Foul von Keller an Klingmann nicht geahndet hatte. Nach dem Abpfiff kam es aber in der Schiedsrichterkabine zum versöhnenden Handschlag zwischen Müller und Brych.




 

Eine ganze Zeit, nachdem die Spieler bereits in den Kabinen verschwunden waren, bedankte sich der Rot-Weiß-Trainer dann allein bei den Fans. Diese trösteten ihn mit "Rene, Rene"-Sprechchören, er verabschiedete sich mit Applaus und tiefer Verbeugung. Wissend, dass beim Erstliga-Absteiger "ein Punkt drin gewesen" war. "Eigentlich ist ja nach einem 0:2 in Frankfurt die Krähe tot, doch die Mannschaft ist aufgestanden", sagte Müller. Das gebe ihm Zuversicht, "im hinteren Tabellendrittel überleben zu können".




 

Trainerstimmen

René Müller (FC Rot-Weiß Erfurt: "Wir haben uns mit zwei Fehlern zu Beginn einen Bärendienst erwiesen. Wir lagen zu schnell 0:2 zurück. Doch schon hier hätten wir aufgrund der Chancen ein Tor machen können. Nach der Pause hätten wir ein weiteres Tor ganz einfach machen müssen. Chancen hatten wir dafür. Spielerisch kann ich meine Mannschaft nicht kritisieren. Wir waren einfach nicht in der Lage, unsere Chancen zu nutzen. Der Mut könnte mich allerdings verlassen, wenn ich an unsere Abwehr zu Beginn der Partie denke." Auf die Diskussion mit dem Schiedsrichter vor seinem Verweis auf die Tribüne angesprochen, sagte er: "Es ist ein junger Schiedrichter. Und junge Schiedrichter dürfen Fehler machen. Genauso wie junge Spieler Fehler machen dürfen. Nur junge Trainer dürfen leider keine Fehler machen ..."

Funkel (Frankfurt): "Riesig – dieser 2:1-Sieg. Meine Spieler gingen anders in die Zweikämpfe, die Mehrzahl konnten wir gewinnen. Deshalb war unser Sieg auch verdient. Dennoch war er glücklich. Meine Mannschaft hat viel Kampfkraft und Moral ins Spiel geworfen. Erfurt war immer torgefährlich. Allerdings hätte van Lent das 3:0 machen können. Wir fahren nächste Woche frohen Mutes nach Duisburg."




 

Statistik

Frankfurt: Pröll - Ochs, Hoffmann, Keller, Reinhard - Schur, Meier (90. Cha), Chris, Weissenberger (46. Husterer) - Beierle (46. Wiedener), van Lent.

FC Rot-Weiß Erfurt: Twardzik - Fall, Richter, Traub, Klingmann - Barletta, Glöden (73. Neitzel) - Kresin (54. van Buskirk), David (66. Schnetzler), Kreuz - Hebestreit.

Schiedsrichter: Brych (München)

Zuschauer:
15 300

Tore: 1:0 Hoffmann (6.), 2:0 Chris (18.), 2:1 Barletta (56.)

Gelb-Rote Karten:
Chris (40.)

Gelbe Karten: Ochs, Schur - van Buskirk



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