13.RWE-Burghausen

FC Rot-Weiß Erfurt - Wacker Burghausen 1:0

"Stand up for the champions" dröhnte es aus den Lautsprechern, als die Fans ihre Mannschaft gestern Abend mit La-Ola-Wellen verabschiedeten. Meisterlich hatten die Rot-Weißen zwar nicht gespielt, aber gewonnen. Und nur das zählt im harten Abstiegskampf.
Für Burghausens Vukovic sind es schwere Wochen derzeit. Erst foulte der Verteidiger den Auer Curri so unglücklich, dass dieser einen Lungeneinriss erlitt. Gestern entschied er eine auf mäßigem Niveau stehende Partie zu Gunsten des FC Rot-Weiß. Einen Klingmann-Freistoß köpfte Vukovic acht Minuten vor Abpfiff unhaltbar für seinen Torwart Gospodarek in die Maschen und bescherte den Erfurtern damit den zweiten Heimsieg.




 

Endlich wieder ein Grund zum feiern!

Diese waren erstmals in dieser Saison mit einer Doppelspitze gestartet. Neben Braham stürmte Hebestreit, der in den vergangenen fünf Spielen nur zuschauen durfte und zuletzt am 1. Oktober beim 0:4 in Unterhaching mitgewirkt hatte. Für ihn musste überraschend Kapitän Zedi auf die Bank, seine Binde übernahm Fall. Vor diesem besetzte Schnetzler statt Kresin wieder die rechte Seite. Und mit einem Offensivspieler mehr begannen die Rot-Weißen engagiert und wollten die Gäste sofort beeindrucken. Doch bis auf Glödens Kopfball, der eine sichere Beute von Gospodarek wurde (6.), ergab sich nichts Zwingendes.




 

Einerseits lag es daran, dass Kreuz und Schnetzler auf den Außen zu blass blieben und keine verwertbaren Flanken produzierten - von gefährlichen Standards ganz zu schweigen. Auch die Fehlpassquote im Aufbau war viel zu hoch. Andererseits zerstörten die Burghausener auch jeglichen Spielfluss mit vielen kleinen Fouls. Allen voran Verteidiger Herzig, der in der Privatfehde mit Braham kurz vor der Ampelkarte stand und von Trainer Schupp noch vor der Pause ausgewechselt wurde. Die Rot-Weiß-Fans wollten ihn wenige Minuten zuvor schon draußen sehen, als er eine Kreuz-Eingabe im Strafraum mit dem Arm abgewehrt hatte. Doch Schiedsrichter Dingert ließ weiterlaufen.




 

Den Gastgebern, bei denen Traub mit einigen öffnenden Pässen bestach, bot sich trotzdem im ersten Durchgang noch die große Chance zum 1:0. Nach einem Klasse-Konter über Hebestreit und Kreuz scheiterte Braham jedoch freistehend am herauseilenden Gospodarek (45.). Es wäre eine verdiente Führung gewesen, weil die Erfurter weitaus mehr investierten. Burghausen war dagegen sichtlich auf Toresicherung bedacht und besaß nur durch Bonimeiers 20-m-Knaller, den Twardzik hielt, eine Gelegenheit.




 

Auch in der zweiten Halbzeit spielte sich das Geschehen hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab. Beide Abwehrreihen gaben sich kaum Blößen, doch nach vorn passierte ebenso wenig. Es mangelte vor allem an Ideen aus dem Mittelfeld. Der eingewechselte Neitzel hing genauso in der Luft wie zuvor Braham. Binnen einer Minute hatten trotzdem Glöden per Direktabnahme sowie Neitzel, der von Gospodarek im letzten Moment noch abgedrängt wurde (74.), zwei Möglichkeiten. Burghausen wirkte bei seinen wenigen Kontern auch nicht zwingend.




 

In der Schlussphase setzte Rot-Weiß-Trainer Müller alles auf eine Karte, schickte mit van Buskirk einen weiteren Angreifer aufs Feld. Und der US-Boy hätte mit seinem ersten Ballkontakt das erlösende Tor erzielen müssen. Nach Schnetzlers Flanke köpfte er freistehend aus fünf Metern vorbei. Nur wenig später zeigte ihm allerdings Vukovic den Weg . . .




 

Trainerstimmen

Müller: Erfurts Trainer Rene Müller ließ nach dem Spiel seine Freude über dei drei Punkte freien Lauf: "Mir ist ein riesen Stein vom Herzen gefallen. Wir hätten höher gewinnen können – nein müssen", sagte der 45-Jährige: "Unsere Mannschaft hat gefightet und nun 14 Punkte. Wir können in Ruhe erst einmal weiterarbeiten. Wir wollen noch vor dem Winter auf 20 Punkte kommen. In den letzten Wochen haben wir viel Pech gehabt. Für heute ist wichtig: Sieg. Ich bin für heute zufrieden."

Schupp: Wacker-Trainer Schupp wollte nicht von Zufriedenheit wissen: "Ich bin von meiner Mannschaft sehr enttäuscht. Wir haben heute eine gute Chance vergeben, uns im oberen Mittelfeld festzusetzen. Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, dass meine Spieler auf dem Platz so oft ausgerutscht sind. Wir waren sehr unkonzentriert und haben uns hinter unseren Leistungen der letzten Wochen versteckt. Aber wir müssen Ruhe behalten, denn wir haben ein schweres Restporgramm."



Statistik

RW Erfurt: Twardzik - Fall, Richter, Traub, Klingmann - Barletta, Schnetzler - Hebestreit, Glöden, Kreuz - Braham - Trainer: Müller
SVW Burghausen: Gospodarek - Forkel, Hertl, N. Herzig, Everaldo - Wiesinger, Vukovic, Bonimeier, Kazior - Krejci, Reisinger - Trainer: Schupp

Tore: 1:0 Vukovic (83., Eigentor, Kopfball)

Eingewechselt: 54. Neitzel für Braham, 79. van Buskirk für Glöden, 84. Keller für Kreuz - 37. Trivunovic für N. Herzig, 46. Oslislo für Everaldo, 83. Popovic für Hertl

Schiedsrichter: Dingert

Zuschauer: 5.879

Gelbe Karten:
Ralf Klingmann, Angelo Barletta, Alexander Schnetzler, Ronny Hebestreit,Najeh Braham
Karten Nico Herzi, Vule Trivunovic, Martin Oslislo



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