04.RWE-1860

FC Rot-Weiß Erfurt - TSV 1860 München 0:0

Rot-Weiß bleibt in der zweiten Liga weiter ungeschlagen und damit bester Neuling. Doch beim gestrigen 0:0 gegen die enttäuschenden Münchner Löwen war weitaus mehr drin.
Musikalisch ging es los gestern Abend. 23 Trommler der Erfurter Band "Tympanus Forte" sorgten vor dem Anpfiff im proppevollen Steigerwaldstadion - Saisonrekord dank 16 691 Zuschauern - für rhythmische Takte vom Marathontor aus. Außerdem zeigten die Anhänger in der Südkurve mit einer vom "Power-Fanclub" entworfenen Choreographie, für wen ihr Herz schlägt. Mit roten und weißen Folien, die tausende Hände in die Luft hielten, verwandelten sie das Stadionrund in einen Farbenteppich.




 

Und ihre Mannschaft begann beim ersten Fernseh-Liveauftritt seit der 1:2-Niederlage im Uefa-Cup im Oktober 1991 gegen Ajax Amsterdam wie erwartet: Gegenüber dem 0:0 von Essen gab es nur eine Änderung in der Anfangself. Sven Kresin spielte für den verletzten Alexander Schnetzler (Oberschenkelzerrung) im zentralen Mittelfeld. Es war sein Debüt in der zweiten Liga, nachdem er sich bereits im Freundschaftsspiel gegen Schalke (2:2) für einen Einsatz empfohlen hatte.




 

Und Rot-Weiß startete ähnlich schwungvoll wie gegen den Bundesligisten vor zehn Tagen. Bereits nach drei Minuten fiel Stürmer Ronny Hebestreit der Ball nach einer abgefälschten Flanke direkt vor die Füße. Doch er schien überrascht und scheiterte freistehend aus zehn Metern am stark reagierenden Münchner Hofmann. Und der Löwen-Keeper stand danach weiter im Brennpunkt. Pavel Davids Schuss wehrte er ab (19.). Kurz zuvor wäre der Torwart bei einem Freistoß des Tschechen, der aber am Winkel vorbeizischte, ebenso machtlos gewesen wie bei Andreas Richters Großchance: Der aufgerückte Abwehrrecke kam nach einer Kopfball-Ablage Rudi Zedis am Fünfmeterraum an das Leder, schob es allerdings am kurzen Eck vorbei (24.). Fast mit Pausenpfiff kratzte Hofmann schließlich mit einer tollen Parade einen Flugkopfball von David aus dem Eck und bewahrte den Favoriten vor einem Rückstand. Von den Münchnern, die zwar ein gepflegtes Kurzpassspiel praktizierten, war im ersten Durchgang wenig zu sehen. Die einzige gefährliche Aktion war ein 16-m-Flachschuss von Pflipsen, den aber René Twardzik sicher parieren konnte (14.).




 

"Hebe" fehlte heute das Schussglück-(vermögen).

Wahrscheinlich ärgerte 1860-Trainer Rudi Bommer die schwache Leistung seiner Mannschaft so sehr, dass er sich zunehmend mit dem souveränen Schiedsrichter Jansen beschäftigte und durch seinen Kapitän Tyce zur Ruhe aufgefordert werden musste. Der tschechische Nationalspieler schien ebenso wenig glücklich über die Vorstellung des eigenen Teams und leistete sich ein böses Frustfoul an Torsten Traub (45.). Mit der Gelben Karte war er dafür noch gut bedient.
Auch nach dem Wechsel blieb Rot-Weiß am Drücker. Vor allem in punkto Zweikampfstärke und bei den Luftduellen hatte der Aufsteiger deutliche Vorteile. Allein Keeper Hofmann hielt die Löwen im Spiel. Erst parierte er Hebestreits Knaller aus spitzem Winkel (52.), im Anschluss an den darauffolgenden Eckball war der Torwart bei Oliver Glödens Flachschuss-Chance ebenfalls zur Stelle.




 

Mitte der zweiten Halbzeit schwappte die La-Ola-Welle über die Ränge. Das Publikum honorierte zudem mit rhythmischem Klatschen den engagierten Auftritt ihrer Elf. Lediglich im Abschluss fehlte es den Erfurtern an der letzten Konsequenz. Da die Gäste in der Abwehr tüchtig "schwammen", ging Rot-Weiß-Trainer RenE Müller in der Schlussphase volles Risiko und brachte mit Henry Onwuzuruike, Najed Braham und Enrico Neitzel gleich drei Angreifer. Doch das Tor des herausragenden Hofmann blieb vernagelt. Und beinahe hätte der zur Halbzeit eingewechslte Krontiris nach einem der wenigen Konter den Spielverlauf noch zugunsten von 1860 auf den Kopf gestellt. Twardzik schnappte ihm allerdings den Ball gekonnt vom Fuß (84.) und sicherte seinem Team den sechsten Punkt.




 

Trainerstimmen

Bommer (TSV 1860 München): "Wir müssen mit dem 0:0 zufrieden sein, so wie wir heute gespielt haben. In einigen Szenen standen wir zu weit weg von unseren Gegenspielern."

Müller (FC Rot-Weiß Erfurt): "Wir hatten drei oder vier klare Chancen gehabt, da müssen wir ein Tor machen. Ronny hat heute sehr viel gearbeitet und auch die Chancen gehabt. Ich habe ihn dann ausgewechselt, nicht weil er schwach war, sondern um noch einmal frischen Wind rein zu bringen."




 

Statistik

FC Rot-Weiß Erfurt: Twardzik - Fall, Richter, Traub, Bürger - Zedi, Glöden - David (80. Neitzel), Kresin, Kreuz (70. Onwuzuruike) - Hebestreit (70. Braham)

TSV 1860 München: Hofmann - Meyer, Komljenovic, Costa, Bulut - Lehmann, Tyce (60. Baier), Pflipsen, Gebhardt - Kolomaznik, Agostino (46. Krontiris).

Schiedsrichter: Jansen (Essen), Assistenten: Heiner Müller, Markus Kuhl

Zuschauer: 16 691

Gelbe Karten: Costa, Tyce, Pflipsen, Baier



RWE-Schalke
05.Fuerth-RWE