03.St. Kickers-RWE

Stuttgarter Kickers - FC Rot-Weiß Erfurt 2:0

Es bleibt dabei: Unterhalb des ersten Fernsehturms der Welt (Höhe 214 Meter), im Stuttgarter Degerloch, gibt es für den FC Rot-Weiß nichts zu holen. Im dritten Saisonspiel kassierten die Erfurter die 2. Niederlage.

Die allerdings war vermeidbar und hatte sich der Club selbst zuzuschreiben.

"Aufwand und Nutzen haben in keinem Verhältnis gestanden", zeigte sich Trainer René Müller nach einem jederzeit spannenden und kampfbetonten Regionalliga-Spiel von der Ausbeute nach neunzig Minuten enttäuscht. Wie sich seine Mannschaft auswärts wiederum selbst ins Abseits stellte, sollte aber in diesem frühen Stadium der Saison in den kommenden Wochen durchaus noch reparabel sein.




 

Leicht hätte Rot-Weiß zur Halbzeit mit einer Führung in die Kabine gehen können. Denn Möglichkeiten dazu waren da: Durch Müller (45.), der mit einem Kopfball scheiterte und zuvor durch Hebestreit (26.), der bei seiner Gelegenheit aus Nahdistanz elfmeterreif gefoult wurde. Doch der Pfiff des erst 20-Jährigen (!) Schiedsrichters blieb aus. Die Kickers ihrerseits hatten nur eine Chance, aber da rettete Twardzik glänzend. Nachdem er seine Leistenprobleme auskuriert hatte, erhielt der Tscheche wieder den Vorzug vor Rothe.

"Erfurt hat eine gute Mannschaft", stellte zur Hälfte Stuttgarts Coach Adrion fest. Um diese Worte zu unterstützen, gaben die Gäste auch nach der Pause den Ton an. Schüsse von Okic und Leopold, der nach seiner Verletzung erstmals nach einem halben Jahr wieder in der Anfangsformation stand ("Er ist fit und hat sich das verdient"/Trainer Müller), verfehlten nur knapp das Ziel.
Der letzte Biss fehlte vorn, die unbedingte Konzentration hinten. Und so konnte Obinna nach einer Flanke von Mesic frei vor Richter zum 1:0 einköpfen. Die ganzen letzten Tage wurde dabei vor dem Torschützen gewarnt: Schließlich hatte er bereits in der letzten Saison zwei Treffer zum Sieg der Kickers beigesteuert. Warnungen, die anscheinend überhört wurden. Doch Erfurt bäumte sich noch einmal auf und hatte bei Müllers Lattenkopfball (65.) die größte Möglichkeit, das Spiel noch zu drehen. Wiederum Mesic leitete dann aber die Entscheidung im Waldoch-Stadion ein, wobei bei seiner Vorbereitungsaktion die Hand mit im Spiel schien. Seinen Klasse-Pass nahm erneut Obinna auf, der Twardzik im Erfurter Gehäuse keine Abwehrchance ließ.

Nun war guter Rat teuer und die Einwechslungen von Neitzel und Fuchs, der sich nach seinen zwei Toren gegen Siegen überraschend auf der Ersatzbank wiederfand, kamen zu spät. "Ändere nie ein siegreiches Team", so der Doppelschütze der Vorwoche augenzwinkernd nach seinem Kurzeinsatz von Stuttgart. Um jedoch noch anzufügen, dass die Verbannung auf die Bank mit dem Trainer abgesprochen gewesen sei.

Viel Zeit zum Verarbeiten der Niederlage bleibt dem FC Rot-Weiß nun nicht. Schon morgen tritt er bei den Kickers in Offenbach (Anstoß 19 Uhr) an. Kleiner Hoffnungsschimmer für die Erfurter: Wenn Serien halten, wie die von Stuttgart, sollte am Bieberer Berg wenigstens ein Teilerfolg herausgespielt werden können. Denn auf dem "Berg" hat Rot-Weiß bislang noch nie verloren.



Statistik

Stuttgart: Köstel - Steinle, Malchow, Cast, Milchraum - Braun (70. Gumper), Barth, Benda - Mesic (88. Juric), Intemperante (77. Ivan), Obinna

Erfurt: Twardzik - Fall, Gansauge, Richter, Traub - Kresin (85. Fuchs), Zedi - Leopold (70. Hopp), Okic (78. Neitzel), Müller - Hebestreit.

Schiedsrichter: Kempter (Sauldorf)

Zuschauer: 3160

Tore: 1:0 Obinna (54.), 2:0 Obinna (76.)



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