1965/66

Am Anfang stand der Abstieg

Als sich die vom SC Turbine verabschiedeten künftigen Mitglieder des FC Rot-Weiß zu dessen Gründungsversammlung im damaligen Klub der Jugend und Sportler trafen, prangte hinter der Bühne eines der in diesen Tagen üblichen Transparente mit der fordernden Losung nach Erhöhung der sportlichen Leistung. Das war auch dringend nötig, denn nach einer enttäuschenden ersten Halbserie war die Mannschaft um Kapitän Gerhard Franke als Schlusslicht der Oberliga in die Winterpause gegangen. Und das blieben die Schützlinge des inzwischen auf dem Trainerstuhl sitzenden Helmuth Nordhaus auch nach dem missglückten Rückrundenstart. Als siebzehn Runden gespielt waren, lautete der Punktestand des FC Rot-Weiß 8:26, waren Hoffnung auf den Klassenerhalt auf ein Minimum gesunken. Es gelang nur noch, den punktgleichen 1. FC Magdeburg in der Abschlusstabelle auf den letzten Platz zu verweisen.

Am Ende stand der bittere Weg in die Liga, der auch durch den 1:0-Sieg über den BFC Dynamo am Schlusstag der Saison nicht leichter wurde. Erwin Seifert hatte das für lange Zeit letzte Erfurter Oberligator erzielt, die Fans das Stadion am Fuße des Steigerwalds mit Trauerfloren an den Rot-Weiß-Fahnen verlassen. Trauer auch beim Thüringer Rivalen Jena, der sich berechtigte Hoffnungen auf den Titel ausgerechnet hatte. Doch er verlor das einem Finale gleichende Spiel der letzten Runde mit 0:2 beim FC Vorwärts Berlin. Zwei Treffer von Jürgen Nöldner sorgten dafür, dass die Berliner ihren fünften Titel feiern konnten.

Die Rot-Weißen aber zogen gemeinsam mit den Magdeburgern in die Zweitklassigkeit. Der Erfurter Traditionsklub hatte einmal mehr, zum Leidwesen seiner Anhänger, den traditionellen Ruf als unausrechenbare Fahrstuhl-Mannschaft nachdrücklich bestätigt.




 

Abschluss-Tabelle

1. Vorwärts Berlin 26 44:27 34:18
2. Carl Zeiss Jena 26 45:24 32:20
3. Lok Leipzig 26 50:41 28:24
4. Hansa Rostock 26 41:34 28:24
5. Dynamo Dresden 26 34:31 28:24
6. Wismut Aue 26 33:33 28:24
7. Karl-Marx-Stadt 26 29:33 28:24
8. Chemie Leipzig 26 32:32 26:23
9. BFC Dynamo 26 42:32 25:27
10. Motor Zwickau 26 28:35 24:28
11. HFC Chemie 26 26:33 23:29
12. Lok Stendal 26 36:49 22:30
13. FC Rot-Weiß Erfurt 26 26:42 19:33
14. 1. FC Magdeburg 26 19:39 19:33


Die 60er Jahre
1966/67